0

Maestro VR: Haptik-Handschuh mit künstlichen Sehnen

von Matthias Bastian14. April 2017

“Maestro VR” ist ein weiterer Versuch, die Virtual Reality fühlbar zu machen. Künstliche Sehnen in einem Handschuh geben in Einklang mit der virtuellen Welt Widerstand.

Das prototypische System wurde erstmals auf Virtual Reality Expo Ende März im Silicon Valley vorgestellt. Erfinder ist das Unternehmen “Contact CI”, das es sich zur Mission gemacht hat, “die intuitivsten und natürlichsten handbasierten 3D-Controller” zu entwerfen. Das Ziel ist die maximale Handpräsenz.

Kernstück des Systems ist ein herkömmlicher Handschuh, in den künstliche, kordelartige Sehnen – sogenannte “Exotendons” – für jedes Gelenk eingewoben sind. Sie sollen nicht spürbar sein, wenn man den Handschuh trägt. Ergänzend sind in den Fingerspitzen Sensoren eingelassen, die Oberfläche und Textur eines virtuellen Objekts erkennen lassen.

Die Sehnen im Handschuh sind mit einem Motor verbunden, der in einem Gehäuse am Unterarm festgeschnallt wird. Der Motor bewegt die Sehnen passend zu Form und Beschaffenheit eines virtuellen Objekts. Ein Vive-Tracker sorgt in Kombination mit Valves Lighthouse für die räumliche Erfassung, entsprechend ist das Gerät derzeit nur mit HTC Vive kompatibel.

Der erste Prototyp strahlt einen wundervollen 90er-Jahre Charme aus. Bild: Contact CI

Der erste Prototyp strahlt einen wundervollen 90er-Jahre Charme aus. Bild: Contact CI

Subtile Signale statt rohe Gewalt

Das Signal, das der Motor über die Sehnen an die Finger sendet, dient eher als Anreiz fürs Gehirn, die richtige Hand- und Fingerposition einzunehmen. Es zwingt die Finger nicht mit roher Gewalt in eine bestimmte Haltung und kann mit ein wenig Gegendruck überwunden werden.

Dennoch sollen diese unterschwelligen Signale laut einem ersten Hands-on ausreichen, um dem Gehirn glaubhaft vorzutäuschen, dass Objekte in der Virtual Reality physisch existieren.

Ein Veröffentlichungsdatum oder gar ein Preis für die Handschuhe stehen noch nicht fest. Der Hersteller startet gerade erst in eine Beta-Phase, in der die Funktion gemeinsam mit Partnern optimiert werden soll. Zugelassen werden Unternehmen und Betreiber von Spielhallen, eine Bewerbung ist hier möglich.

Bevor Contact CI die Haptik-Handschuhe auf die Allgemeinheit loslässt, sollen die Nutzung und Installation möglichst simpel nach dem “Plug and Play”-Prinzip funktionieren. Details zur kommerziellen Verfügbarkeit möchte das Unternehmen erst nennen, wenn das Produkt diesen Reifegrad erreicht hat.

Contact CI wird sich beeilen, denn es gibt eine lange Liste an Mitbewerbern. Derzeit ist allerdings noch völlig ungewiss, ob und wann eines dieser futuristischen Eingabegeräte die Marktreife erlangt.

| Featured Image: Contact CI | Source: Upload VR

Empfohlene Artikel: