Sieben Jahre ist Magic Leap schon in Entwicklung, das ist zugegeben eine lange Zeit. Ein Blogger verliert auf den letzten Metern die Geduld und bastelt sich eine Demo-Brille.

Der Display-Blogger Karl Guttag ist im Netz einer der lautesten Kritiker von Magic Leap. Die technologische Innovation, die Magic Leap verspricht, hält er für halb so wild. Und das stark werbliche Auftreten des Unternehmens – insbesondere des Gründers Rony Abovitz – stört ihn massiv.

Schon seit Monaten versucht Guttag über diverse Blogposts hinweg Magic Leap eine Luftnummer nachzuweisen. Ob er mit seinen zahlreichen Annahmen richtig liegt, wird sich nach dem Marktstart von Magic Leap One zeigen.

Magic-Leap-Prototyp aus dem 3D-Drucker

Jetzt greift Guttag zu einem besonders ausgefallenen Mittel, um Magic Leap irreführender Werbeversprechen zu überführen: Basierend auf Patentskizzen und den ersten Fotos der Magic-Leap-Brille baute er einen Prototyp des Brillengestells für den 3D-Drucker.

Mit diesem Gestell prüfte er, wie der Blick durch die AR-Brille wirkt. Sein Experiment endet mit einem eindeutigen Fazit: “Furchtbar.”

Die eigentliche Fläche, auf der man die digitalen Einblendungen der Leap-Brille mit maximaler Qualität erleben kann, soll sehr klein sein (siehe Bild). Außerdem verdunkele die Brille das Umgebungslicht um den Faktor fünf.

So sieht der Blick durch Guttags 3D-Druck-Magic-Leap aus. Bild: Guttag:

So sieht der Blick durch Guttags 3D-Druck-Magic-Leap aus. Bild: Guttag

Guttag behauptet, dass sein Bastel-Prototyp schon das Optimalszenario darstelle. Die fertige Magic-Leap-Brille habe wohl noch stärkere optische Einschränkungen aufgrund der von Guttag angenommenen Wellenleiterdisplays. Diese würden die Darstellung zusätzlich verzerren und verkleinern.

Der Display-Blogger räumt jedoch ein, dass das menschliche Sehen nicht mit einer Kameraufnahme zu vergleichen ist. Bedeutet: Die technischen Parameter der AR-Brille sind weniger wichtig als die Wahrnehmung des Brillenträgers.

Wer sich einen eigenen Eindruck verschaffen will: Guttag stellt sein 3D-Modell als kostenlosen Download zur Verfügung und möchte damit laut eigenen Angaben eine Debatte anregen.

Das gelingt ihm schon in Ansätzen: Guttag provozierte mit seinem Beitrag eine Reaktion des Magic-Leap-Gründers Rony Abovitz. Bei Twitter meldet er sich zu Wort: “Karl Guttag hat nie eine Magic-Leap-Brille gesehen oder benutzt.” Abovitz verspricht für 2018 “zahlreiche Möglichkeiten”, sich einen eigenen Eindruck der tatsächlichen Brille zu verschaffen.

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