Magic Leap und speziell Gründer Rony Abovitz machten in den letzten Jahren durch spektakuläre Aussagen auf sich aufmerksam: Digitale Welt und Realität sollen mit der futuristischen Augmented-Reality-Brille eins und das Smartphone abgelöst werden. Kurz vor dem Marktstart wird die PR etwas zurückhaltender.

Auf der Shape-Zukunftskonferenz des US-Telekommunikationskonzerns AT&T dämpft Magic Leaps Inhalte-Chef Rio Caraeff die Erwartungshaltung an Magic Leaps Erstlingsbrille.

Magic Leap One “ist, was es ist” und eben noch kein unauffälliges Wearable, so Caraeff. Für die erste Generation sei man zufrieden mit der Technologie. Die Brille sei gut genug, um sie an Entwickler und Kreative zu verkaufen.

“Wir müssen uns daran erinnern, dass das der Anfang ist”, sagt Caraeff. “Es ist der Start einer neuen Generation Computer, der die nächste Dekade und Generation prägen wird.”

Es gebe noch viel Raum für Verbesserung, räumt Caraeff ein, aber bei Magic Leap sei man stolz auf den aktuellen Stand.

Die Welt als Computer und nutzergenerierte 3D-Inhalte

Caraeff beschreibt seine Tech-Vision, in der professionell und von Nutzern produzierte 3D-Inhalte Alltag sind. Selbst ein kleines Kind könne zukünftig mit seiner Smartphone-Kamera eine volumetrische Aufnahme einer Katze machen und mit Magic Leap teilen.

Künstler würden volumetrisch auf der Bühne gefilmt und dank Magic Leap wie Hologramme im eigenen Wohnzimmer tanzen. “Die Welt wird zum Computer”, sagt Caraeff.

Derweil bestätigt Magic-Leap-Chef Rony Abovitz bei Twitter die geplante Veröffentlichung der Entwicklerversion in diesem Jahr. Diese Bestätigung war nach einer ernüchternden Twitch-Präsentation der reinen Hardware ohne Live-Demo wohl notwendig.

Zahlreiche Entwickler erbosten sich während der Präsentation über Magic Leaps Weigerung, das Gerät anzuschalten oder wenigstens konkrete Informationen zur Funktionsweise und zur Hardware zu verraten.

Abovitz nennt einen Grund für die Demo-Weigerung: Man müsse die Augmented-Reality-Brille selbst erleben, um ihr Potenzial zu verstehen. Das TV-Erlebnis hätten die Menschen schließlich auch nicht durchs Radio begriffen.


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