3

Magic Leap, Hour Blue und die ersten Augmented-Reality-Experimente

von Matthias Bastian26. November 2016

Basiert die Idee zur Mixed-Reality-Brille Magic Leap auf einem Filmkonzept? Das sagt Richard Taylor, Gründer des Effektstudios Weta Workshop in Neuseeland. Laut Taylor wollte Magic-Leap-Gründer Abovitz schon 2011 versuchen, das Kino in das echte Leben zu bringen. Mittlerweile arbeitet Abovitz an einer neuen Computerplattform, die eines Tages das Smartphone ablösen soll.

Häufig brauchen Ideen eine lange Zeit, um zu einem sinnvollen Gedanken und letztlich zu einem brauchbaren Produkt zu reifen. Magic-Leap-Gründer Rony Abovitz geht es da nicht anders – schon in 2011 nahm er mit Weta Workshop in Neuseeland Kontakt auf, um ein neuartiges Filmkonzept umzusetzen.

“Bevor es Magic Leap gab, arbeiteten wir mit Rony an dem Filmkonzept ‘Hour Blue'”, sagt Weta-Gründer Richard Taylor. Laut Taylor merkte Abovitz bei der Entwicklung des Filmkonzepts, dass er eine neue Technologie braucht, um seine Ideen zu realisieren. “Das ist Magic Leap”, sagt Taylor. Die Beziehung zwischen Weta Workshop und dem Magic-Leap-Gründer besteht schon seit vielen Jahren.

Die Künstler und Bildhauer von Weta sind für handgemachte Spezial- und Filmeffekte bekannt, beispielsweise aus Peter Jacksons “Herr der Ringe”. Das nächste große Projekt für Weta: Magic Leap. Für das kleine Studio bedeutet das die ersten Gehversuche im Bereich Augmented und Mixed Reality – also Technologien, die die reale und virtuelle Welt verbinden.

Das neuseeländische Unternehmen arbeitet derzeit an dem AR-Spiel “Dr. Grodbort’s Invaders” für Magic Leap. Der Spieler muss sich mit Waffengewalt gegen Roboter zur Wehr setzen, die durch die eigene Hauswand brechen. Eine Webseite mit Infos zu Stil und Setting sowie zur Kooperation mit Magic Leap gibt es hier.

Abovitz träumte schon vor fünf Jahren von einer cinematischen Realität

In einem Interview von 2011 auf der Comicmesse “Comic Con” spricht Abovitz über das Konzept zu “Hour Blue”, das er seinerzeit mit Weta anleierte. Schon damals experimentierte er mit Augmented Reality. Er veröffentlichte sogar eine einfache AR-App, die man hier für das iPhone herunterladen kann. Leider wurden die notwendigen Marker, um den AR-Inhalt abzuspielen, von Magic Leaps Webseite gelöscht. Eine Demo der App zeigt Abovitz im Video unten.

Das Setting des Films “Hour Blue” beschreibt Abovitz als mystische Saga über unsere Zukunft im Tolkien-Stil. Bereits in 2011 hatte er die Vision zu einer cinematischen Realität, die die Grenze zwischen Wirklichkeit und Film verwischt.

“Magic Leap ist ein Unternehmen, das eine soziale, cinematische Realität umsetzen will”, beschreibt Abovitz sein damals frisch gegründetes Unternehmen. “Wir versuchen, Augmented Reality auf ein höheres Niveau zu bringen und das Kino in die physische Welt zu holen und es zu einem Teil unseres Lebens zu machen.”

Den Begriff der “Cinematic Reality” verwendet Abovitz auch heute noch im Kontext von Magic Leap und bezeichnet diese als grundlegenden Wandel im Bereich “Visual Computing”, also der Fähigkeit von Maschinen, die Umgebung ähnlich zu sehen wie ein Mensch.

Hour Blue tauchte erneut in 2012 in Abovitz schrägem Tedx-Talk auf, in dem er in einem Raumanzug die Bühne betrat und sich von einer Rockband musikalisch begleiten ließ. Eine ausführliche Analyse des Auftritts und den Bezug zu Hour Blue findet man hier in den Kommentaren.

| Featured Image: Magic Leap / TedX (Screenshot bei YouTube)