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Magic Leap ist “klein, mobil und leistungsstark” – Release wohl in 2017

von Matthias Bastian4. Januar 2017

Pünktlich zur CES meldet sich Magic-Leap-Gründer Rony Abovitz zu Wort. Gewohnt blumig – und vage – beschreibt er den Fahrplan für 2017. Offenbar soll ein erstes Produkt noch in diesem Jahr erscheinen.

Laut Abovitz wird 2017 “ein wichtiges Jahr für Magic Leap”. Zwar kündigt er die Veröffentlichung des ersten Produkts nicht explizit an, dennoch deutet alles darauf hin, dass das erste offizielle Magic-Leap-Gerät noch in diesem Jahr erscheint. “Unser erstes Produkt kommt”, schreibt Abovitz im eigenen Blog.

Dieses müsse nicht perfekt sein, so Abovitz, sondern nur der Anfang einer Reise, die sich über “viele Dekaden, Produkte und Technologien erstreckt.” Offenbar strebt Magic Leap den Status von Apple und Co. an.

Nach einem kritischen Bericht der US-Webseite The Information kamen zuletzt Zweifel an der Validität von Magic Leaps Ambitionen auf. Abovitz möchte diese Zweifel beseitigen:

“Was wir bauen, ist kein Traum mehr. Es ist sehr real und längst über die Konzeptionsphase hinaus. Wir bauen keine coolen Prototypen mehr. Wir rüsten auf, um zuerst hunderttausende und dann Millionen Systeme zu produzieren.” Ähnlich äußerte sich der Magic-Leap-Gründer im Herbst 2015.

Dieses Vorhaben, so Abovitz, benötige ein hohes Maß an Perfektion, viele Tests, einen Blick für die Details und “entschlossene Professionalität.” Man habe etwas gebaut, das “klein, mobil und leistungsstark” ist.

Die grundlegende Vision von Magic Leap sei es, dass die eigene Technologie Menschen dazu befähigt, Höchstleistungen zu vollbringen. Menschen müssten sich in der Zukunft gegenüber Maschinen und künstlicher Intelligenz behaupten können.

Hätte, wenn und aber: Magic Leap könnte noch immer Pionierarbeit leisten

Sollte es Magic Leap tatsächlich gelingen, noch in 2017 ein brauchbares Produkt zu einem bezahlbaren Preis auf den Markt zu bringen, wäre das ein wichtiger Meilenstein für die gesamte Augmented-Reality-Branche. Das gilt auch für den Fall, dass die AR-Brille nicht alle der im Vorfeld vollmundig angekündigten technischen Innovationen bietet. Außerdem wäre die Hardware praktisch konkurrenzlos.

Zwar prescht Microsoft mit Hololens vor, jedoch ist das Gerät beim aktuellen technischen Stand nicht für den kommerziellen Markt geeignet. Insbesondere das geringe Sichtfeld und der klobige Formfaktor senken den Nutzwert außerhalb von industriellen Anwendungen gegen null.

Microsoft weiß das und arbeitet an einer verbesserten Version von Hololens. Wann die auf den Markt kommen könnte, ist völlig ungewiss. Laut einer im März 2016 geleakten Roadmap dauert es bis Version 3, bis Hololens für jedermann verfügbar ist. Das macht eine kommerzielle Veröffentlichung in 2017 oder gar 2018 recht unwahrscheinlich.

Ein potenzieller Wachstums- und Marktbeschleuniger ist Apple. CEO Tim Cook lässt keine Gelegenheit aus, um über die Vorteile und das Potenzial der Augmented Reality zu schwärmen. Zahlreiche strategische Übernahmen zeigen, dass Apple intensiv an Anwendungsszenarien und Produkten forscht. Bislang ließ sich das Unternehmen nicht in die Karten schauen.

Es ist wahrscheinlich, dass Apple – ähnlich wie Google mit Tango – neue Augmented-Reality-Sensoren zuerst ins Smartphone integriert und anschließend den Versuch startet, eine Brille am Markt zu positionieren.

Ein wesentlicher Vorteil dieser Strategie: Die App-Landschaft für Augmented-Reality-Anwendungen könnte ungestört wachsen, da Entwickler potenziell an eine große Nutzerbasis verkaufen können. Das erste Smartphone mit Tango-Sensoren ist erhältlich, weitere sind für 2017 in Planung.

| Featured Image: Magic Leap

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