0

Magic Leap: Keine sichtbaren Pixel und ein echtes Präsenzgefühl *Update*

von Matthias Bastian18. September 2016

Update vom 18. September:

Bei Reddit meldet sich ein anonymer Nutzer zu Wort, der laut eigenen Angaben den Prototyp bei einem Bewerbungsgespräch ausprobieren konnte. Laut ihm ist das aktuelle Demo-Gerät in puncto Sichtfeldweite, Blickdichte und Glaubhaftigkeit der digitalen Einblendungen deutlich vor Hololens. Er bezieht sich explizit auf die Aussagen von Kevin Kelly und bezeichnet diese als sehr präzise.

Ursprünglicher Artikel vom 16. September:

Der Wired-Redakteur Kevin Kelly gehört zu der Gruppe von Auserwählten, die Magic Leaps AR-Brille ausführlich antesten konnten. In einem Podcast plaudert er einige Details aus.

Kaum ein Journalist dürfte sich ähnlich gut mit Magic Leap auskennen wie Kevin Kelly. Für das Wired-Magazin verfasste er im April 2016 eine ausführliche Hintergrundgeschichte über das US-Startup, seine Technologie und die Mitbewerber. Der Wired-Redakteur hatte die Gelegenheit, den Magic-Leap-Prototypen vor Ort in Florida auszuprobieren.

In einem Podcast erläutert Kelly Details zur Seherfahrung, die er bei seinem Test machen konnte. Die digitalen Einblendungen von Magic Leap sollen demnach so überzeugend dargestellt werden, dass man als Betrachter das Gefühl habe, dass diese tatsächlich als physisches Objekt im Raum existieren. Einzelne Pixel sollen nicht sichtbar sein.

Die Ausleuchtung ist noch nicht optimal

Kelly beschreibt weiterhin, dass die Beleuchtung noch nicht optimal sei. Damit sich die digitalen Objekte perfekt in die Umgebung integrieren, müssten sie dynamisch auf die Beleuchtung im direkten Umfeld reagieren, beispielsweise passend zum Licht der Decken- oder Schreibtischlampe einen Schatten werfen.

“Damit die 3D-Objekte real wirken, müssten sie mit dem gleichen Licht ausgeleuchtet werden, das auch den Raum ausleuchtet”, erklärt Kelly. Dieser Vorgang würde einen deutlich erhöhten Rechenaufwand bedeuten, den Magic Leap derzeit nicht leisten könne. Kelly spricht außerdem von einigen anderen Pannen, die Magic Leap vor dem Marktstart noch ausmerzen muss, geht aber nicht weiter ins Detail.

“Was man heute mit Mixed-Reality-Geräten sehen kann, sind künstlich aussehende Objekte, die dennoch sehr präsent wirken. […] Das kann ein Baby-Elefant sein oder ein Roboter oder Mickey Mouse. […] Man ist absolut davon überzeugt, dass das Objekt wirklich im Raum vorhanden ist”, sagt Kelly.

Dieses Präsenzgefühl soll sich auch ohne perfekte Ausleuchtung einstellen. Er vergleicht das mit am Computer gerenderten Welten in Virtual Reality: Auch hier wirke die Umgebung künstlich und unrealistisch, dennoch könne sich der VR-Brillenträger in der virtuellen Welt präsent fühlen. Eine möglichst realistische Darstellung sei keine Voraussetzung, um einen hohen Grad an Immersion zu erreichen. Im Video unten sieht man die Demo, die Kelly gezeigt wurde und auf die er seine Aussagen bezieht.

| Featured Image: Magic Leap