Magic Leaps Erstlingsbrille One soll im Spätsommer auf den Markt kommen. In den USA wird das Gerät exklusiv vom Telekommunikationskonzern AT&T vertrieben. Der gehört jetzt zu den Investoren.

Digility 2018

Magic Leap zieht den Vorhang vor Magic Leap One Stück für Stück zurück: Im Twitch-Livestream verriet das Unternehmen technische Details zum Gehirn der Brille, dem beigelegten Taschencomputer. Er wird auf Basis von Nvidias Tegra-X2-Architektur laufen und “mehr als genug” Arbeitsspeicher bieten.

An Programmierschnittstellen werden OpenGl 4.5, OpenGL ES 3.1 mit Erweiterungen und die Vulkan-Schnittstelle unterstützt. Letztere wird empfohlen.

Außerdem engte Magic Leap den Veröffentlichungszeitraum für Magic Leap One etwas ein: Statt 2018 heißt es jetzt Spätsommer. Spätestens Ende September sollten die ersten Geräte also verfügbar sein.

Noch immer viele Fragen offen

Den Preis für Magic Leap One verriet das Unternehmen nicht. Und es blieb erneut eine Live-Demo des Geräts schuldig. Zwar wurden vorgefertigte Demo-Szenen eingespielt, ein eingeschaltetes, funktionierendes Gerät wurde jedoch nicht vorgeführt.

Auch die geheimnisvolle Lichtfeld-Display-Technologie – das vermutete Alleinstellungsmerkmal der Brille – wurde nicht aufschlussreich kommentiert, ebenso wenig wie die erfolgskritische Sichtfeldweite.

Die gezeigten Demos jedenfalls lassen keine wirklichen Rückschlüsse auf die Darstellungsqualität beim Blick durch die Linsen zu. Ältere Demos – beispielsweise zu Star Wars – waren technisch deutlich beeindruckender. Ein richtiges Urteil ist allerdings erst möglich, wenn man die Brille einmal selbst aufziehen kann.

Bei der Interaktion mit digitalen Inhalten wird Magic Leap One keine volle Fingererfassung anbieten. Stattdessen werden einzelne Gesten erkannt, zum Beispiel eine Klickbewegung in der Luft – das war aber schon bekannt.

In den gezeigten Demos verdeckte die Hand des Brillenträgers nicht die in den Raum projizierten digitalen Inhalte. Das wäre ein wünschenswerter Effekt, um die Glaubwürdigkeit der Projektionen zu erhöhen. Ohne Verdeckung ähnelt der Bildeindruck beim Blick durch die Brille ansonsten schnell dem eines herkömmlichen Displays und der AR-Effekt zerplatzt.

AT&T investiert in Magic Leap

Eine Erfolgsmeldung für Magic Leap gab es wenige Stunden vor der Twitch-Sendung: Der in den USA marktbestimmende Telekommunikationskonzern AT&T verkündete eine Investition in unbekannter Höhe sowie eine exklusive Partnerschaft mit Magic Leap. Diese beinhaltet Demostationen in AT&T-Läden in Atlanta, Boston, Chicago, Los Angeles und San Francisco.

Außerdem wird AT&T die Magic-Leap-Brille exklusiv mit mobilem drahtlosen Internet anbieten. Die Augmented-Reality-Brille könnte dem Konzern als Promoangebot für schnelle 5G-Verträge mit Augmented-Reality-Streaming dienen. 5G-Netze werden aufgrund ihrer geringen Latenz bei einer schnellen Datenrate als Kerntechnologie für Mixed-Reality-Anwendungen gehandelt.

Aktualisiert mit YouTube-Video am 12. Juli


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