Das Warten hat ein Ende: Magic Leap zeigt erstmals offiziell Bilder der hochgehandelten Augmented-Reality-Brille. Sie ist kompakt und kommt mit einem Taschencomputer. Eine Enthusiasten-Version soll im kommenden Jahr erscheinen. Preis und Zeitpunkt stehen noch nicht fest.

Digility 2018

Das erste Modell der Augmented-Reality-Brille hört auf den Namen “One”: Eine Creator Edition soll 2018 erscheinen und richtet sich an Entwickler, Agenturen und Enthusiasten, die früh in neue Technologien investieren. Magic-Leap-Gründer Rony Abovitz vergleicht das Gerät mit den ersten PCs oder Macs. Er verspricht, dass die Creator Edition mehr sein wird als “nur eine Entwicklerversion”.

Das technische Highlight der Brille scheint das Display zu werden, das Abovitz als “digitales Lichtfeld” beschreibt: Dieses selbstentwickelte Darstellungsverfahren soll gerenderte Objekte perspektivisch korrekt und glaubhaft in den Raum einbetten können sowie einen natürlichen Fokus auf unterschiedliche Tiefenebenen ermöglichen – “so wie in der echten Welt”, verspricht Abovitz. Wie genau das Display funktionieren soll, verrät er jedoch nicht.

Weiteres Sichtfeld als Hololens

Die Webseite Glixel bekam exklusiv eine Demonstration von Magic Leap One, bei der die zuvor beschriebenen mehrstufigen Fokusebenen nicht sichtbar wurden. Die Darstellung der digitalen Projektionen soll laut Glixel jedoch sehr scharf und detailliert, einzelne Pixel nicht sichtbar sein.

Tritt man näher an digitale Objekte heran, offenbaren sie zusätzliche Details, die aus der Distanz noch nicht sichtbar waren. Tritt man jedoch zu nahe an sie heran, so die Erfahrung des Journalisten, verschwinden sie aus dem Sichtfeld. Die Weite des rechteckigen Sichtfelds soll größer sein als das von Mirosofts Hololens, aber noch immer eingeschränkt – vergleichbar mit einer Videokassette, die man eine halbe Armeslänge vor sich streckt. Das Tracking der AR-Brille beschreibt er als sehr stabil, auch die Audioeffekte passten sich an die Position des Brillenträgers an.

Laut Abovitz arbeitet Magic Leap noch am Sichtfeld, allerdings stellen er und seine Kollegen eine deutliche Verbesserung erst für die zweite oder dritte Generation der Hardware in Aussicht. Das aktuelle Sichtfeld sei für die erste Generation “brauchbar”. Ein Grafikeffekt, bei dem Objekte zu den Rändern hin verblassen, soll einen optisch zu schroffen Abschnitt verhindern, wenn die Projektion aus dem Sichtfeld wandert.

Magic Leap One braucht einen Taschencomputer

Das Magic-Leap-One-Paket hat drei Bestandteile: Die Brille selbst heißt Lightwear, ein zusätzlicher Taschencomputer hört auf den Namen Lightpack. Das dritte Element ist ein Bewegungscontroller mit Touchpad, sechs Freiheitsgraden und haptischem Feedback.

Der Taschencomputer wird über ein Kabel mit der Brille verbunden und soll dank eigenem Prozessor und Grafikkarte eine hohe Performance bieten. Abovitz beschreibt die Leistung als “nahe am Mac Book Pro” von Apple. Das Lightpack wird in einer Tragetasche beispielsweise am Gürtel befestigt. Die Sensoren für das Tracking und weitere Computer-Vision-Funktionen sind direkt in die Brille integriert.

Informationen zur Akkulaufzeit gibt es noch nicht. Sämtliche Bauteile beschreibt der Glixel-Journalist als “sehr leicht” und hochwertig verarbeitet.

Lightpack, Lightwear und der 3D-Controller. Bild: Magic Leap

Lightpack, Lightwear und der 3D-Controller. Bild: Magic Leap

Die Brille soll in zwei Größen erscheinen und kann mit Stirn- und Nasenpolstern individuell an die eigene Kopfform angepasst werden. Magic Leap denkt außerdem an Brillenträger und plant vorbearbeitete Linsen anzubieten, die Sehschwächen ausgleichen können. “Das Gerät muss so gut passen wie Socken oder die eigenen Schuhe, damit man es täglich nutzt”, sagt Abovitz.

Zum Preis äußert sich Abovitz nicht, bezeichnet das Gerät aber als “Premium Computer”. Ein genauer Zeitpunkt für die Auslieferung steht nicht fest, 2018 soll allerdings gesetzt sein.

Update: Information zum Sichtfeld ergänzt


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