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Magic Leap patentiert Design für Virtual-Reality-Brille

von Matthias Bastian8. Juni 2016

Update:

Gegenüber dem Online-Magazin Upload VR äußert ein Sprecher von Magic Leap, dass es sich bei dem gezeigten Patent um ein prototypisches Design handelt, das keine Ähnlichkeiten mit dem finalen Produkt aufweisen wird. Er klärt allerdings nicht auf, warum das Patent explizit für eine Virtual-Reality-Brille zugelassen wurde.

Ursprüngliche Meldug:

Augmented Reality, Mixed Reality und nun auch Virtual Reality? Beim US-Patentamt sind interessante Designs für eine neue Magic-Leap-Brille aufgetaucht.

Das mittlerweile rund 4,5 Milliarden US-Dollar schwere Tech-Startup Magic Leap scheint sehr umtriebig zu sein. Bisher wurde hinter verschlossener Tür meist eine Augmented-Reality-Brille demonstriert, die laut ersten Testern ähnlich wie Hololens funktioniert. Hologramm-ähnliche Abbildungen, die glaubhaft in der Umgebung verankert sind, werden in das Sichtfeld des Brillenträgers projiziert

Dabei soll das mysteriöse Magic-Leap-Gerät aber eine weitaus bessere Bildqualität und Sichtfeldweite bieten als das Microsoft-Produkt. Dieser Qualitätssprung soll durch eine neuartige, bislang unbekannte Lichtfeldtechnologie ermöglicht werden, eine Mischung aus Linse und Chip, die das natürliche Sehverhalten des menschlichen Auges nachahmt und Pixel verschwinden lässt.

Entwickelt Magic Leap eine VR-Brille mit Lichtfeldtechnologie?

Die neuen Design-Patente, die das US-Patentamt Magic Leap nun zugesteht, weisen aber darauf hin, dass neben der AR-Brille auch eine VR-Brille in Entwicklung sein könnte. Für eine Augmented-Reality-Brille, wie sie bislang von Magic Leap beschrieben wurde, ergibt ein geschlossenes Design wenig Sinn, außerdem lautet der Name des Patents “Virtual Reality Headset”.

Allerdings geht aus den Designstudien nicht hervor, aus welchem Material die Außenhülle gestaltet ist. Wäre sie durchsichtig, wären theoretisch auch Augmented-Reality- oder Mixed-Reality-Anwendungen möglich.

Blick auf die Linsen der Magic Leap VR-Brille. Bild: US-Patentamt / Magic Leap

Blick auf die Linsen der Magic Leap VR-Brille. Bild: US-Patentamt / Magic Leap

Allerdings würde ein solch sperriger “Helm” wohl kaum dem selbstformulierten Anspruch Magic Leaps entsprechen, ein alltagstaugliches Gerät auf den Markt zu bringen, das das Potenzial hat, das Smartphone abzulösen. Viel wahrscheinlicher scheint es daher, dass Magic Leap das im Unternehmen vorhandene Wissen über Lichtfeldtechnologie in eine prototypische VR-Brille gegossen hat. Auch Samsung oder Nvidia forschen an Lichtfelddisplays für VR-Brillen, die Technologie ist aber eigentlich noch weit von der Marktreife entfernt.

Die Spezialdisplays könnte eines der grundlegenden Probleme derzeitiger Virtual-Reality-Brillen lösen. Das Auge kann dank der Lichtfelder wie beim natürlichen Sehen zwischen einer weiter entfernten und einer nahen Fokalebene wechseln. Das beseitigt den sogenannten “vergence-accommodation-Konflikt”, der unser Auge irritiert, wenn es versucht, ein weit entferntes Objekt zu betrachten, das eigentlich auf einem Display unmittelbar vor dem Gesicht angezeigt wird. Angeblich soll dieser Effekt auch ein Mitverursacher der Bewegungsübelkeit sein.

Wie immer gilt bei Patenten der übliche Passus: Ein Konzept muss lange nicht in einem fertigen Produkt enden. Außerdem ist es ein reines Designpatent, weiterführende Informationen zur verwendeten Technologie beinhaltet dieses nicht.

Magic-Leap-Investoren sind unter anderem Google und der chinesische eCommerce-Riese Alibaba. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile rund 500 Angestellte

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| Source: United States Patent and Trademark Office | All Images: Magic Leap / United States Patent and Trademark Office