Titelbild: Lucas Rizzotto

Jahrelang gab es kaum etwas zu sehen von Magic Leap. Jetzt ist das Internet voller Videos.

Seit dem 8. August wird Magic Leap in den USA verkauft. Bei einem Preis von 2.300 US-Dollar in Kombination mit einem beinahe leeren App Store ist das Gerät fast nur für Entwickler interessant. Zumindest für die, die bereit sind, Geld in die Hardware und Zeit in die Programmierung zu investieren, in der Hoffnung, dass Magic Leap relativ zeitnah eine Brille für Endverbraucher nachlegt.

Der Tenor der ersten Käufer in den sozialen Medien ist recht positiv. Das Gerät wird dem enormen Hype zwar nicht gerecht, soll aber dennoch die derzeit beste Augmented-Reality-Brille am Markt sein.

Viele Entwickler äußern, dass das eingeschränkte Sichtfeld in der Praxis weniger stört als auf dem Papier. Magic Leap gestaltete Hard- und Software mit der Sichtfeldlimitierung im Hinterkopf:

Die dicken Brillenbügel begrenzen das seitliche Sichtfeld physisch. Zusätzlich werden die digitalen Projektionen zu den Rändern des Sichtfelds hin sanft ausgeblendet. Das verhindert den visuell harten Abschnitt, der bei Hololens stört. Allerdings müssen Entwickler die Ausblendfunktion in ihre App integrieren.

Häufig gelobt wird die visuelle Qualität der AR-Einblendungen und der schlanke Formfaktor der Brille. Das Tracking soll insgesamt gut funktionieren, aber nicht die Verlässlichkeit von Microsofts Hololens erreichen.

Anfangsbegeisterung: Entwickler haben Spaß mit Magic Leap

Viele Entwickler führen ihr neues Spielzeug stolz bei Twitter und YouTube vor, zeigen offizielle Magic-Leap-Apps oder erste eigene Experimente:

Das folgende Video zeigt die Menüführung.

Ein Entwickler programmierte eine Augmented-Reality-Webseite mit einer Bildergalerie. Die Bilder können direkt aus der Webseite digital an die eigenen Wände gehängt werden.

Im folgenden Video wächst vor den Augen des Brillenträgers eine digitale Fantasielandschaft aus dem Teppichboden.

Der Entwickler Avaer Kazmer führt in einem ausführlichen Testvideo durch die Einrichtung der Brille inklusive des ersten 3D-Scans der Umgebung. In diesen 3D-Scan bindet die Brille später die digitalen Einblendungen ein. Umso genauer der Scan ist, desto echter wirken die Projektionen. Kazmer hat seine Eindrücke auch aufgeschrieben.

Magic Leap One unterstützt auf Basis des zuvor erwähnten 3D-Scans einen Verdeckungseffekt. Die Brille erkennt vor der Berechnung einer digitalen Projektion, ob sie in Teilen vom 3D-Scan überlagert wird und blendet den überlagerten Part aus.

Im folgenden Video sieht man, wie die reale Trennwand das digitale Objekt überlagert. Allerdings schimmert es ein wenig hindurch.


Das nächste Video zeigt den WebXR-Browser Helios im Einsatz. Er funktioniert wie ein herkömmlicher Web-Browser. Tauchen allerdings 3D-Elemente auf einer Webseite auf, können diese in den Raum gezogen werden.

Die New York Times ist auf diese Weise schon mit AR-Inhalten im Magic-Leap-Store vertreten. Ein geschriebener Bericht auf einer Webseite wird ergänzt mit einer 3D-Visualisierung, die sich im Raum ausbreitet. Ähnliche Projekte veröffentlichte die NYT auch für Smartphone-AR.

Visuell eindrucksvoll ist die offizielle Magic-Leap-App “Tónandi”, die in Zusammenarbeit mit der isländischen Band Sigur Rós entwickelt wurde. Sie visualisiert die Musik der Gruppe mit Raumeffekten und reagiert dynamisch auf Gesten des Nutzers.

Ein weiterer Entwickler hat sich digitale Dominosteine aufgereiht und stößt sie mit einer Handbewegung um.

Zum Start von Magic Leap One bietet der US-Möbelhändler “Wayfair” eine App an, die eine gerenderte 3D-Ansicht eines Möbelstücks zeigt.


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