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Magic Leap: Wie funktioniert Gaming in der Mixed Reality?

von Matthias Bastian22. September 2016

Der Augmented Reality sagt man gemeinhin nach, dass sie nur für die Produktivität taugt. Graeme Devine, angestellt als “Chief Gaming Wizard” bei Magic Leap, möchte dieses Image ändern.

Derzeit wird Augmented Reality – vielmehr der einfache Vorläufer in Form von Datenbrillen – in erster Linie in der Industrie eingesetzt. Der Vorteil für Unternehmen liegt auf der Hand: Wenn Arbeiter relevante Informationen stets in das Blickfeld eingeblendet bekommen, haben sie beide Hände frei und leisten mehr in weniger Zeit. Echte Augmented Reality ist für Endverbraucher noch in weiter Ferne, aber auch hier stehen bei bisherigen Demos eher Kommunikation und Arbeit im Vordergrund. Allein Microsoft zeigte mit Hololens erste Ansätze in den Bereichen Entertainment und Games.

Der erfahrene Spieleentwickler Graeme Devine war laut eigenen Angaben bereits im Ruhestand, als ihn ein Anruf von Magic Leap erreichte: “Wir brauchen jemanden für Spiele.” Begeistert von einer Demo des ersten Prototyps übernahm er beim Startup den Job fürs Mixed-Reality-Gamedesign, der “extrem anspruchsvoll” sei. Devine geht davon aus, dass Spieleentwickler die Basis legen für das Wachstum des gesamten Marktes für Mixed-Reality-Apps. Neben Games sieht er Anwendungen von Medien, die Kommunikation und die Information als Grundpfeiler der neuen Technologie.

Super Mario 64 als Vorbild

Großes Vorbild für Devine ist Nintendos Kulthit Super Mario 64, der Videospiele in die dritte Dimension und damit in eine neue Ära überführte. Ähnlich wegweisend, so Devine, müssten die ersten Mixed-Reality-Spiele werden. Der aktuellen Spieleindustrie wirft er Stagnation vor – seit Mario 64 hätte sich nichts getan, außer verbesserter Grafik und komplexerer Steuerung.

Sein erstes Konzept für ein Mixed-Reality-Spiel ist “Ghost Girl” (Grafik im Titelbild). Die AR-Brille blendet einen Geist ins eigene Wohnzimmer ein, mit dem man dann über reale Objekte interagiert, Rätsel löst – oder einfach nur abhängt. Dass sich virtuellen Wesen nahtlos in die Umgebung einfügen und der Spieler über reale Objekte mit ihnen interagiert, sei das Neue am Mixed-Reality-Gaming, so Devine.

Magic Leaps Designprinzipien

Nach Devine integriert sich aktuelle Technologie – auch wenn sie uns unterstützt – noch nicht nahtlos in unser Leben. Als Beispiel nennt er Konzertbesucher, die die Musiker auf der Bühne filmen und das Konzert deshalb nur durch das kleine Smartphone-Display erleben. “Das ist die Welt, die wir zerstören müssen und Mixed Reality wird uns dabei helfen”, sagt Devine in seinem Vortrag auf der Austin Game Conference.

Dafür bedient sich Magic Leap vier grundlegender Designprinzipien:

“Der Mensch kommt immer zuerst”: Anwendungen müssen das Leben der Menschen erweitern und verbessern, nicht davon ablenken.

“Was wir machen ist nicht immer neu, aber immer besser”: Nicht alles müsse Magic Leap neu erfinden – bereits vorhandene Anwendungen zu verbessern, sei akzeptabel.

“Die Inhalte zählen”: Die Technologie sei zwar wichtig, in erster Linie würden aber die Qualität der Anwendungen darüber entscheiden, ob Mixed Reality ein Erfolg oder ein Flop werde.

“Wir müssen daran glauben”: Damit so etwas wie Mixed Reality funktioniere, brauche es Vorstellungskraft und Glauben in den potenziellen Erfolg.

Magic Leaps Definition der "Mixed Reality". BILD: Magic Leap / Facebook

Devines Definition der “Mixed Reality”. BILD: Magic Leap / Facebook

| Source: Gamasutra | Featured Image: Imgur / Magic Leap