0

Magic Leap: Wir wollen die Welt verändern

von Matthias Bastian19. November 2015

Gerademal acht Monate ist es her, dass Jeff Gattis auf der Mobile World Conference die Bühne stürmte und der Weltöffentlichkeit HTC Vive präsentierte. Die Ankündigung war seinerzeit einigermaßen überraschend, bis dato war Oculus Rift mehr oder minder der einsame Herrscher über die virtuelle Realität.

HTC stellte mit der VR-Brille Vive aber nicht nur ein ähnliches Produkt vor, sondern sogar eines, das das große Vorbild sofort übertrumpfen konnte: Zwei spezielle Bewegungscontroller und ein ausgereiftes Tracking-System machen HTC Vive auf Anhieb zum Liebling der VR-Enthusiasten. Zwar verlor Oculus Rift deshalb nicht an Popularität, aber HTC rangierte auf Augenhöhe – damit hatte niemand gerechnet. Jeff Gattis war das offenbar noch nicht genug. Der Marketing-Manager wechselte nur wenige Monate später im Juni dieses Jahres von HTC zu Magic Leap, dem steinreichen Start-Up, das unter anderem von Google und ähnlich namhaften Unternehmen mit über 500 Millionen US-Dollar gepampert wurde, um eine neuartige Augmented-Reality-Technologie zu entwickeln. Das Ziel von Magic Leap: Das Smartphone als populärstes Interface ablösen. “Alles was man mit einem Smartphone machen kann, kann man auch mit Magic Leap machen”, verkündete Ende Oktober Rio Caraeff, Content-Chef bei Magic Leap. Angeblich bereitet sich Magic Leap gerade auf eine neue Investorenrunde vor, die Rede ist von bis zu eine Milliarde US-Dollar, die in die Weiterentwicklung der Technologie fließen sollen. Außerdem laufen laut Caraeff die Pläne für die Produktion bereits an, Millionen der Geräte sollen produziert werden. Das ist deshalb so kurios, da man bis dato bis auf eine wenig aussagekräftige Tech-Demo und viele vollmundige Versprechungen fast nichts über Magic Leap weiß. Die Kalifornier halten alle Informationen streng unter Verschluss. Außer, dass das Device ziemlich sicher in irgendeiner Form am Kopf getragen wird und mit einem Augmented-Reality-Ansatz arbeitet, ist nichts bekannt; bisher fehlt jede Idee, wie das finale Produkt aussehen oder funktionieren könnte.

Jeff Gattis schießt gegen Ex-Arbeitgeber

Kurz vor dem möglichen Launch von HTC Vive ab Anfang Dezember meldet sich Gattis jetzt via UploadVR zu Wort und erzählt, warum ihm der Absprung zu Magic Leap “sehr leicht” fiel. Zwar sei HTC Vive ein tolles Produkt für Gamer, so Gattis, aber bei Magic Leap würde man höhere Ziele verfolgen: Man wolle ein Device erschaffen, das potenziell die Welt verändern könne. Wie genau das gelingen soll verschweigt Gattis zwar, macht aber zumindest Andeutungen: “Magic Leap wird unseren Alltag verändern und es ist etwas, dass wir immer mit uns tragen können wenn wir uns durch die Welt bewegen. Intern sprechen sie darüber, dass Magic Leap Displays ersetzen soll.”

“It’s not just about creating a great gaming device, but actually doing something that could potentially change the world.” Jeff Gattis, Magic Leap via UploadVR

Generell sieht er für Augmented Reality deutlich mehr Anwendungsfälle als für Virtual Reality. Seiner Überzeugung nach bleibt letzteres eher eine Nischentechnologie für den Medienkonsum und Games, während die Technologie von Magic Leap das Potenzial haben soll wirklich im Alltag der Nutzer anzukommen. Alle Aussagen von Gattis gibt es bei UploadVR. Die erste Tech-Demo, die laut Angaben des Unternehmens direkt durch die Linsen von Magic Leap gefilmt wurde, seht ihr unten im Video.