Bei Twitch zeigt Magic Leaps Marketing-Managerin Shanna De Iuliis die Lightwear-Brille in der Nahaufnahme. Eine Live-Demo gab es allerdings nicht, auch keine konkreten Details zur Hardware – obwohl die Frage-Antwort-Runde für Entwickler gedacht war. Diese reagierten zum Teil verärgert.

Immerhin: Wenige Monate vor dem Marktstart traut sich Magic Leap, die Lightwear-Brille live und in Nahaufnahme vor die Kamera zu halten. Bisher kannten Außenstehende das Gerät nur von ein paar Fotos.

Marketing-Managerin Shanna De Iuliis erklärt die Ergonomie der Augmented-Reality-Brille im Detail: Sie kann an drei Stellen optimal auf die eigene Kopfform abgestimmt werden.

Zum einen gibt es Stirn- und Nasenpolster in verschiedenen Dicken. Zum anderen wird die AR-Brille in zwei Größen angeboten, für normale Köpfe und für große Rüben. Für Fehlsichtige arbeitet Magic Leap gemeinsam mit Partnern an Korrekturlinsen.

Dass die AR-Brille gut sitzt, ist laut De Iuliis wichtig, damit das integrierte Eye-Tracking-System korrekt arbeitet. Nach dem ersten Aufsetzen durchläuft der Brillenträger einen Kalibrierungsprozess, bei dem der korrekte Sitz der AR-Brille kontrolliert und das Eye-Tracking-System eingemessen wird. Miniaturkameras am Brillenbügel erfassen Pupillenbewegungen, zum Beispiel für die Blicksteuerung in Menüs.

Eine zukünftige Version dieses Geräts soll eines Tages mal das Smartphone ersetzen. Bild: Magic Leap

Eine zukünftige Version dieses Geräts soll eines Tages mal das Smartphone ersetzen. Noch ist das schwer vorstellbar. Bild: Magic Leap

Magic Leaps App Store heißt “Magic Leap World”

Nach der Kalibrierung startet Magic Leaps 3D-Betriebssystem, das via WLAN-Internet Zugang bietet zu Magic Leap World, dem App Store der Lightwear-Brille. Hier können wie bei den Smartphone-Vorbildern Apps heruntergeladen werden.

Gesteuert wird die Lightwear-Brille hauptsächlich mit Kopfbewegungen, Blicken und dem beigelegten 3D-Controller. Der unterstützt Bewegungen in alle Richtungen, also hoch, runter, links, rechts und nach vorne und nach hinten sowie Drehungen (6DoF).

Der Magic-Leap-Controller bietet volle Bewegungsfreiheit. Bild: Magic Leap

Der Magic-Leap-Controller bietet volle Bewegungsfreiheit. Bild: Magic Leap

Zusätzlich bietet er einen Home-Button, zwei Triggerknöpfe am Zeigefinger und ein von LEDs beleuchtetes Touchpad. Die Lichter können einzelne Bereiche auf dem Touchpad erhellen und dem Nutzer so bestimmte Funktionen signalisieren. Der Controller wird durch die in der AR-Brille integrierten Sensoren erfasst.

Neben den Sensorkameras für die Raumorientierung bietet Magic Leap eine herkömmliche Linse an der Vorderseite, mit der ganz normal Videos und Fotos aufgezeichnet werden können. Ein auffälliges LED-Licht signalisiert den Kameraeinsatz und generell den Betrieb der Brille.

Magic Leap ist mit LEDs ausgestattet, die den Betrieb signalisieren. Bild: Magic Leap

Magic Leap ist mit hellen LEDs ausgestattet, die den Betrieb signalisieren. Bild: Magic Leap

Taschencomputer mit Lautstärketasten

Der beigelegte Taschencomputer “Lightpack” wird laut De Iuliis an die Hosentasche gesteckt. Wohlgemerkt an die Hosentasche, nicht in die Hosentasche. Letzteres sei aufgrund der Wärmeentwicklung nicht empfehlenswert. Eine Gürtelhalterung ist derzeit nicht vorgesehen.

It's on: Das ist der Anschalter der Magic-Leap-Brille. In Aktion wurde sie dennoch nicht gezeigt. Bild: Magic Leap

It’s on: Das ist der Anschalter der Magic-Leap-Brille, untergebracht am beigelegten Taschencomputer Lightpack. In Aktion wurde die Brille dennoch nicht gezeigt. Bild: Magic Leap

Über USB-C wird der Lightpack-Computer geladen oder mit einem PC für die Datenübertragung verbunden. Externe Kopfhörer werden direkt am Taschencomputer eingestöpselt, Lautstärketasten sind ebenfalls ins Gehäuse integriert. Im Brillenbügel sind außerdem zwei kleine Lautsprecher eingelassen. Die Akkulaufzeit des gesamten Magic-Leap-Systems soll – abhängig von der Nutzung – mehrere Stunden erreichen können.

Eine Live-Demo der AR-Brille wollten die beiden Magic-Leap-Vertreter auch auf explizite Aufforderung von Entwicklern im begleitenden Twitch-Chat nicht starten. Diese hebe man sich für einen späteren Zeitpunkt auf.

Details zur verbauten Hardware, beispielsweise zum Prozessor, wollte Magic Leap ebenfalls nicht nennen. Einige Entwickler beschwerten sich nach dem Stream und bezeichneten die Demonstration als Zeitverschwendung.

Immerhin verspricht Magic Leap, dass die AR-Brille von Haus aus sozial sein wird: Brillenträger können gemeinsam die gleichen digitalen Grafiken betrachten. Den vollständigen Livestream kann man bei Twitch nachträglich ansehen.

Die Rückseite der Brille mit Doppelkabel hin zum Lightpack-Computer. Bild: Magic Leap

Die Rückseite der Brille mit Doppelkabel hin zum Lightpack-Computer. Bild: Magic Leap


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