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Manomotion bietet präzises Handtracking mittels Smartphone-Kamera

von Tomislav Bezmalinovic7. Juni 2017

Das schwedische Unternehmen Manomotion hat ein SDK für die Echtzeiterfassung von Hand- und Fingerbewegungen veröffentlicht. Das Besondere an der Technologie: Sie funktioniert mit einer herkömmlichen Smartphone-Kamera. 

Manomotion arbeitet seit sieben Jahren an Algorithmen für maschinelles Sehen und spezialisierte sich auf kamerabasierte Gestenerkennung. Mitgründer und CEO Daniel Carlman sagt gegenüber Tom’s Hardware, dass sein Unternehmen sich entschieden habe, zuerst das komplexeste aller Körperteile zu erfassen und dass es große Erfolge in diesem Gebiet zu verzeichnen habe.

Die Technologie ist in der Lage, mit einer herkömmlichen RGB-Kamera in Echtzeit zwei Millionen Gesten zu erkennen, darunter so typische Bewegungen wie Wischen, Klicken und Greifen. Manomotion steht in Konkurrenz zu Leap Motion. Das Startup arbeitet ebenfalls an einem Handtrackingsystem. Dieses bedarf allerdings einer Spezialkamera.

Manomotions Technologie soll wenig Rechenleistung, Speicher oder Energie beanspruchen. Damit ist sie bestens für den Einsatz in mobilen Geräten geeignet. Laut Carlman läuft Manomotion auf einem Samsung Galaxy S6 mit einer Latenz von 15 Millisekunden. Bei neueren Smartphones soll die Software noch schneller arbeiten.

Breite Hardware-Unterstützung geplant

Entwickler können das SDK ab sofort von der offiziellen Internetseite herunterladen. Es ist sowohl mit Android als auch iOS kompatibel. Ein Video zeigt die Software in Aktion. Die Hand- und Fingerbewegungen werden präzise erfasst. Dennoch ist eine leichte Verzögerung bei der Übertragung auf das Smartphone-Display zu erkennen.

Laut Carlman könnte die Technologie in allen VR-Brillen zum Einsatz kommen, die über eine RBG-Kamera verfügen. Dazu zählt Samsung Gear VR – sofern man die Plastikabdeckung abnimmt. Googles Daydream View verfügt über keine Öffnung für die Kameralinsen eingelegter Smartphones. Die autarken Daydream-Brillen werden laut Google mit der Technologie kompatibel sein. Ebenfalls angedacht ist eine Unterstützung für Microsofts Hololens.

Entwickler können mit dem SDK kostenlos experimentieren, für eine Kommerzialisierung der Technologie wird eine Lizenz fällig. Wer Manomotion lizenzieren möchte, findet hier mehr Informationen.

| Featured Image: Manomotion | Source: Tom’s Hardware

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