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Marktforscher: Playstation VR lässt HTC Vive und Oculus Rift hinter sich

von Tomislav Bezmalinovic15. November 2016

Das Marktforschungsunternehmen Superdata Research hat neue Schätzungen zu Verkaufszahlen von VR-Brillen veröffentlicht. Diese dürften vereinzelt etwas hoch gegriffen sein.

Die neuen Zahlen sagen voraus, dass bis Jahresende mehr als sechs Millionen hochwertige VR-Brillen im Umlauf sein werden. Google Cardboard wird von den Analysten ausgeschlossen. Sie schätzen, dass Playstation VR die meistverkaufte VR-Brille sein wird. 2,6 Millionen Einheiten sollen bis Ende des Jahres über die Ladentheke wandern. Diese Angabe ist gegenüber einer früheren Schätzung vom April unverändert.

Sony konnte in Japan in den ersten Tagen nach dem Launch rund 51.000 VR-Brillen verkaufen – das ist ein Achtungserfolg für ein teures Zubehör. Kurz nach dem Launch am 13. Oktober sprach Sonys Marketingchef Jim Ryan von “hunderttausenden Vorbestellungen” zum Marktstart.

Einen Monat später äußerte sich Sonys Finanzchef Kenichiro Yoshida zu den Verkäufen. Diese seien “wie erwartet”. Sony werde die Produktion “ein klein wenig anheben”, um für das Weihnachtsgeschäft genug Einheiten ausliefern zu können.

Konkrete Zahlen nennt Sony bislang nicht, aber basierend auf diesen Aussagen scheint es unwahrscheinlich, dass bis Jahresfrist noch circa zwei Millionen VR-Brillen verkauft werden. An Lieferschwierigkeiten wird Sony nicht scheitern, denn Playstation VR ist – im Gegensatz zu vorherigen Aussagen seitens Sony – sowohl im Online- als auch im Einzelhandel gut verfügbar.

Mobile Virtual Reality auf dem zweiten und dritten Platz

Den zweiten Platz bei den geschätzten Verkaufszahlen belegt Samsung Gear VR. Von der Galaxy-Smartphone-Halterung sollen den Analysten zufolge bis Jahresende mehr als 2,3 Millionen Einheiten im Umlauf sein.

Auch diese Schätzung scheint ambitioniert, immerhin waren in Europa im September laut Samsung erst 500.000 Gear VRs unterwegs, davon200.000 allein in Deutschland. Weltweit soll die VR-Brille laut Samsung circa eine Million Nutzer haben. Die Formulierung lässt darauf schließen, dass etwas weniger Geräte im Umlauf sind.

Hinzu kommt: Verkauft wurden die Geräte zum größten Teil nicht, sondern an Vorbesteller verschenkt oder stark rabattiert an Smartphone-Käufer weitergegeben. Viel relevanter als reine Verkaufszahlen wären daher Daten zur konkreten Nutzung und zur Verweildauer unter der VR-Brille.

Den dritten Platz belegt laut den Analysten ebenfalls eine mobile VR-Lösung: Googles VR-Brille Daydream View, die seit dem 10. November erhältlich ist. Superdata Research schätzt, dass Google noch in diesem Jahr 450.000 Einheiten der VR-Brille absetzen wird. Die Smartphone-Halterung wird separat zu den Pixel Smartphones verkauft, ist aber derzeit nur mit diesen kompatibel.

Das Highend-Segment hinkt hinterher

Die stationären PC-Brillen im Highend-Segment werden laut Superdata in 2016 unterhalb der Millionengrenze bleiben. HTC Vive soll sich bis Jahresende 420.000 Mal verkaufen, während Oculus Rift auf 355.000 Exemplare geschätzt wird.

Superdata Research korrigiert sich bei der neuen Schätzung nach unten. Im April hieß es noch, dass die beiden VR-Brillen gemeinsam knapp über eine Million verkaufte Einheiten erreichen könnten.

Die Geschäftsleiterin von HTC Cher Wang gab Mitte Oktober bekannt, dass das Unternehmen 140.000 Vive-Brillen verkauft habe. In dieser Zahl sind womöglich noch die Entwicklerversionen enthalten, die lange vor dem offiziellen Verkaufsstart Anfang April versendet wurden. Oculus Rift und HTC Vive sollten in etwa gleichauf sein und teilen sich eine Zielgruppe.

Dass Playstation VR sich sehr viel besser verkauft als die PC-Konkurrenz ist auf die breite Installationsbasis der Playstation 4 zurückzuführen und auf den vergleichsweise günstigen Preis. Sony hat bereits mehr als 45 Millionen Konsolen verkaufen können. Diese Kunden besitzen somit bereits ein Zuspielgerät für Virtual Reality und müssen nicht zusätzlich in einen schnellen PC investieren.

Die neuen Schätzungen von Superdata Research stammen aus dem Oktober und sind hier vollständig einsehbar. Die Analysten berücksichtigen für ihre Schätzungen laut eigenen Angaben die Verkaufszahlen aus dem Einzelhandel, Interviews mit Führungskräften, die Preisgestaltung der Produkte, Umfragen und Verkaufszahlen digitaler Inhalte.

| Via: UploadVR