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Marktforscher: Windows Mixed Reality bringt nicht den Durchbruch

von Tomislav Bezmalinovic7. Oktober 2017

Noch zehn Tage sind es bis zu Microsofts Markteintritt. Zwei Marktforschungsunternehmen stellen vorsichtige Prognosen zum Erfolg der Windows-Brillen.

Superdata Research geht davon aus, dass sich die Geräte im vierten Quartal besser verkaufen als Oculus Rift und HTC Vive. Im Weihnachtsgeschäft sollen rund doppelt so viele Windows-Brillen über die Ladentheke wandern wie Oculus Rift und zehn bis 15 Prozent mehr als HTC Vive.

“Microsoft hat gute Chancen, der größte Konkurrent von Oculus und HTC zu werden”, sagt die leitende Analystin Stephanie Llamas gegenüber MCV. “Die Marke besitzt Wiedererkennungswert und spricht preislich eine größere Bandbreite an Konsumenten an.” Als weitere Vorteile gibt Llamas die tieferen Mindestanforderungen für die Hardware und starke Marken wie Halo an.

Während Superdata Research keine konkreten Zahlen nennen will, gibt IHS Markit die Zahl erwarteter Verkäufe an. Rund 280.000 Windows-Brillen sollen von Mitte Oktober bis Ende des Jahres abgesetzt werden. Das Marktforschungsunternehmen sieht die größen Vorteile gegenüber Oculus Rift und HTC Vive im etwas niedrigeren Preis und der simplen Einrichtung der Windows-Brillen.

VR-Technologie soll eine Nische bleiben

Nach dem letztjährigen Hype geben sich beide Marktforschungsunternehmen realistisch. “Wir erwarten, dass sich PC-Brillen in den nächsten Jahren langsam verkaufen werden”, schreibt der leitende Analyst von IHS Markit gegenüber MCV. Die Hardware bleibe wegen der hohen Kosten und dem Mangel an Killer-Apps “relativ nischig”.

Laut früheren Schätzungen von Superdata Research wurden 2016 240.000 Einheiten von Oculus Rift and 420.000 Einheiten von HTC Vive verkauft. Mit 280.000 verkauften Windows-Brillen innerhalb von weniger als drei Monaten wäre Windows Mixed Reality zwar erfolgreicher als die PC-Konkurrenz, über die Nische hinauswachsen kann die Plattform damit aber nicht.

Beide Marktforschungsunternehmen kritisieren, dass Microsoft die VR-Brillen als Mixed-Reality-Geräte vermarktet. “Konsumenten könnten etwas anderes oder fortschrittlicheres erwarten als von Oculus Rift und Vive, was zu Verwirrung und Enttäuschung führen wird. Das ist ein großes Marketingproblem, das die gesamte Industrie negativ beeinflussen könnte”, sagt Llamas.

Zu Microsofts Übernahme von AltspaceVR und zum Potenzial von Windows Mixed Reality sprechen wir ausführlich im aktuellen VRODO-Podcast (siehe unten).

| Featured Image: Microsoft | Source: MCVUK 1 / 2

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