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Mars-Experiment: Astronauten nutzen Virtual Reality zur Entspannung

von Matthias Bastian17. September 2017

Nach einem monatelangen Aufenthalt auf einer simulierten Mars-Raumstation kehrten sechs NASA-Astronauten in die Zivilisation zurück. Sie entspannten in der Virtual Reality.

Beim Projekt “Hawaii Space Exploration Analog and Simulation” untersucht die US-Weltraumbehörde Nasa gemeinsam mit der Universität Hawaii, wie Menschen über längere Zeit auf engem Raum zurechtkommen.

Nasa-Astronauten simulieren bis zu zwölf Monate lang das Leben auf dem Mars unter Extrembedingungen. Die simulierte Raumstation steht auf 2.500 Meter Höhe kurz vor dem Gipfel eines Vulkans. Die Kommunikation mit der Außenwelt ist nur mit einer Verzögerung von 20 Minuten möglich.

Die Probanden tragen spezielles Equipment, mit dem ihr Verhalten und ihre Stimmung aufgezeichnet werden, während sie sich durch die rund 110 Quadratmeter kleine Station bewegen.

Wissenschaftler können so feststellen, wer sich mit wem streitet oder wer anderen aus dem Weg geht. Ziel dieser wiederholten Experimente ist es, herauszufinden, welche Persönlichkeiten sich so ergänzen, dass man aus ihnen das perfekte Team für eine Marsmission zusammenstellen kann.

Flucht in die Virtual Reality

110 Quadratmeter für sechs Personen über mehrere Monate hinweg, das dürfte selbst für ausgesprochen soziale Menschen mehr als genug Nähe sein. Da der Raum fix vorgegeben ist, gibt es für die Astronauten im Experiment nur mehr einen Zufluchtsort, an dem sie für einige Momente für sich selbst sein können: Die Virtual Reality.

Wenn die Enge der Raumstation und die permanente Nähe zu den Kollegen zu viel wird, beamen sich die Teammitglieder am Monitor oder mit VR-Brillen virtuell an tropische Strände oder ihnen bekannte Orte.

Für diesen Zweck entwickelte die Nasa unter anderem “Ansible” (A Network of Social Interactions for Bilateral Life Enhancement), ein Programm, das Astronauten dabei helfen soll, auf langen Weltraumflügen mit simulierten virtuellen Welten der realen Monotonie an Bord zu entkommen und mit Familie und Freunden in Austausch zu bleiben. Zusätzlich soll in den virtuellen Umgebungen Training und Unterricht stattfinden.

Die Nasa untersucht, ob und in welcher Form die Software auch kommerziell eingesetzt werden kann, beispielsweise für VR-Trainings oder als Social-Plattform.

| Featured Image: Nasa | Via: USA Today

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