Humor hat man, oder man hat ihn nicht. Gilt das auch für eine Künstliche Intelligenz?

Zwei Studierende der Universität Stanford wollen einer Künstliche Intelligenz das Witzemachen beibringen: Das neuronale Netz “Dank Learning” soll eigenständig Internet-Memes generieren lernen. Wer nicht weiß, was ein Internet-Meme ist. Gemeint ist sowas hier:

Boromir liegt nicht immer richtig.

Boromir liegt nicht immer richtig.

Für das Training des Algorithmus generierten die beiden Studenten einen Datensatz bestehend aus 400.000 Memes der Webseite “memegenerator.net”. Die Memes wurden für das Training aufgeteilt in das eigentliche Bild, eine Beschriftung des Motivs und dazu passende, im Internet kursierende Sprüche.

Nach dem Training mit den von Menschen generierten Beispielen fütterten die Forscher der KI ein leeres Meme-Bild mit dem Auftrag, dieses zu beschriften. Heraus kamen dabei unter anderem die Memes im Titelblid und diese hier:

Fünf menschliche Probanden sollen bei der anschließenden qualitativen Befragung keinen wesentlichen Unterschied zwischen den KI-Memes und von Menschen generierten Spruchbildern erkannt haben.

Obwohl die Memes schon ziemlich authentisch wirken, gibt es laut der Forscher noch reichlich Raum für Verbesserung: Zum einen kreiert die Künstliche Intelligenz keine neuen Ideen, sondern wirft nur bereits vorhandene Gags neu durcheinander. Gut, Menschen machen auch nichts anderes, könnte man entgegnen.

Problematischer ist, dass die Künstliche Intelligenz die Sprüche nicht eigenständig korrekt auf das Bild setzen kann. Denn ein wesentlicher Humorfaktor bei Memes ist die Auflösung zwischen der ersten und der zweiten Satzhälfte, die häufig oben und unten auf dem Bild angezeigt werden. Die Studenten mussten diese Arbeit händisch vornehmen. Außerdem berichten sie, dass ihr KI-System rassistische und sexistische Vorurteile entwickelt hat.

Der Dank-Learning-Algorithmus soll in einer Smartphone-App veröffentlicht werden. Die wissenschaftliche Publikation ist hier einsehbar.


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