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Microsoft Flashback: Mehr Leistung für Mobile-Virtual-Reality

von Matthias Bastian31. Mai 2016

Microsofts Forschungsabteilung stellt ein neues Renderverfahren vor, das die Performance und die grafische Qualität von mobilen VR-Anwendungen deutlich verbessern soll.

Mobile VR-Brillen bieten den großen Vorteil, dass sie portabel und kabellos sind. Gerade für den Massenmarkt sind das entscheidende Erfolgsfaktoren – solange Oculus Rift und Co. mit einem Highend-Rechner verbunden werden müssen, sind die VR-Brillen nur für ein Nischenpublikum interessant.

Die Mobilität hat aber auch zwei entscheidende Nachteile: Zum einen sind die Trackinglösungen noch unzureichend, da nur die Rotation des Kopfes erkannt wird. Zum anderen sind in Echtzeit gerenderte Grafiken aufgrund der begrenzten Leistungsfähigkeit des Smartphones alles andere als schön anzusehen.

Microsofts Forschungsabteilung bietet nun zumindest für das letztgenannte Problem eine mögliche Lösung. Gemeinsam mit der Rice Universität in Houston stellt Microsoft in einem wissenschaftlichen Paper “Flashback” vor, ein neues Renderverfahren, das die grafische Leistungsfähigkeit von Smartphones zum Teil auf oder sogar über das Niveau von modernen PCs hieven soll – allein durch smarte Prozesse.

“Mobile VR-Brillen sind weitläufig verfügbar, leiden aber noch unter schlechter Grafik, zu wenig Batterieleistung und Wärmeentwicklung, die die Illusion der Immersion stören”, heißt es in der wissenschaftlichen Publikation.

Flashback soll diese Probleme in den Griff bekommen, indem mittels Zwischenspeicherung (Memoisation) ein lokaler Cache mit vorberechneten, grafisch aufwendigen Daten befüllt wird, die dann an die VR-Brille ausgegeben werden. Die Position von dynamischen 3D-Objekten soll mittels eines Algorithmus intelligent vorhergesagt werden, außerdem sollen diese nur im Blickfeld des Brillenträgers auftauchen. Wer das Konzept hinter Flashback im Detail studieren will, findet hier eine ausführliche Beschreibung im Paper.

Die Verbesserungen, die die Wissenschaftler dort beschreiben, klingen beeindruckend: Die Bildwiederholrate soll sich um den Faktor acht verbessern, obwohl das System 97-mal weniger Energie pro Frame benötigt. Auch die Latenz soll um den Faktor 15 reduziert werden im Vergleich zu VR-Anwendungen, die lokal auf dem Smartphone gerendert werden.

Mögliche Zukunftspläne für Flashback gehen aus der wissenschaftlichen Publikation nicht hervor. Sollte der Rendertrick aber wie beschrieben funktionieren und von Entwicklern implementiert werden, dann könnte die mobile virtuelle Realität in Kombination mit neuen Smartphone-Chips von ARM einen deutlichen Sprung nach vorne machen. Es würde nur noch ein verbessertes Trackingsystem samt 3D-Controller fehlen, um stationäre VR-Brillen fast schon vergessen zu machen.

| Via: VRFocus | Source: Rice University | Featured Image: Samsung