Volumetrische Videos und dreidimensional gefilmte Menschen sind das passende Videoformat für die VR-Brille und für Augmented-Reality-Anwendungen. Doch die Produktion dieser Videos ist aufwendig. Microsoft will den Aufnahmeprozess vereinfachen.

Microsoft baut weltweit Mixed-Reality-Studios auf, in denen Menschen dreidimensional gefilmt werden können. In Redmond und San Francisco gibt es jeweils ein Aufnahmestudio. Das nächste soll in London eröffnen (wir berichteten).

Wegen der teuren und aufwendigen Technik sind die Studios jedoch nur Profis und geladenen Gästen zugänglich. Das soll sich ändern: Microsoft möchte das Aufnahmeverfahren demokratisieren und jedermann ermöglichen.

Das klappt zunächst nur über Umwege: Steve Sullivan, Leiter der US-Mixed-Reality-Studios, ist sich sicher, dass es in absehbarer Zeit keine volumetrische Aufnahmetechnologie für private Nutzer geben wird. Als Gründe nennt er die hohen Kosten sowie den komplexen Aufbau und Aufnahmeprozess.

Zurück ins Fotostudio

Sullivan schlägt eine beinahe traditionelle Alternative vor: den Gang ins volumetrische Fotostudio oder zur 3D-Fotobox. Er ist zuversichtlich, dass Microsoft das Aufnahmeverfahren in den nächsten Jahren zumindest für solche lokalen Anbieter auf ein bezahlbares und kompaktes Format schrumpfen kann.

Die Mixed-Reality-Studios würden Microsoft als Lernumgebung dienen, erklärt Sullivan. Ziel sei es, den Aufbau mit insgesamt 106 Kameras “auf einen viel einfacheren Formfaktor zu reduzieren”.

Dafür müssten unter anderem die vielen einzelnen Bilder der zahlreichen Kameras in der Cloud zu einem Gesamtwerk zusammengeführt werden. Derzeit wird dafür noch eine lokale Serverinfrastruktur benötigt, die einen guten Teil der Komplexität ausmacht.

Laut Sullivan hat Microsoft seit der Eröffnung des ersten volumetrischen Aufnahmestudios in Redmond vor rund vier Jahren schon deutliche Fortschritte erzielt. Die volumetrischen Videos seien “kein Wissenschaftsprojekt” mehr.

Dennoch benötige die Produktion “noch viel Klebeband, Kaffee und jede Menge Haarspray”. Weshalb Haarspray? Detailaufnahmen zum Beispiel von einzelnen Haarsträhnen können noch nicht gut erfasst werden. Also müssen die Haare zur Perücke gesprayt werden.

Das folgende Video zeigt eine aktuelle Aufnahme aus Microsofts Mixed-Reality-Studio in San Francisco. Die Qualität konnte im Vergleich zu Aufnahmen aus dem letzten Jahr noch mal gesteigert werden, insbesondere die Mimik. Der Frisur mangelt es allerdings in der Tat noch an Dynamik.

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