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Microsoft-Wissenschaftlerin: In 2027 ist Virtual Reality wie eine Halluzination

von Matthias Bastian8. Dezember 2016

Für die Computer Science Education Week hat Microsoft 17 Wissenschaftlerinnen aus der eigenen Forschungsabteilung befragt, wie sich neue Technologien im kommenden Jahr entwickeln und wie sie zehn Jahre darauf aussehen könnten. Zwei der Wissenschaftlerinnen äußern ihre Prognose zur Virtual Reality.

Im Auftrag von Microsoft forscht Mar Gonzalez Franco an Multimedia-Themen, Interaktion und Nutzerführung. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die perfekte Telepräsenz, die ultimative Täuschung unserer Wahrnehmung, dass sich der eigene Körper an einem anderen Ort befindet.

Um dieses Ziel zu erreichen, beschäftigt sich Franco mit Computergrafik, dem maschinellen Sehen, dem menschlichen Verhalten, Wahrnehmung, den Neurowissenschaften und Virtual Reality. Für 2017 sagt sie VR-Systeme vorher, die bessere Körpertrackingverfahren beherrschen als die aktuellen Geräte.

Das solle schon im kommenden Jahr dazu führen, dass man zum ersten Mal wirklich das Gefühl hätte, einen virtuellen Körper vollständig beherrschen und steuern zu können – sie nennt das Verkörperung. Vielleicht weiß Franco als Microsoft-Wissenschaftlerin ja mehr, immerhin kündigte ihr Unternehmen für kommendes Jahr zahlreiche VR-Brillen und die erste holographische Windows-Version an.

In zehn Jahren wird es richtig abgefahren

Bis 2027 wird Franco nicht verlässlich vorausschauen können, dennoch ist ihr Blick in die Glaskugel interessant – denn ihre Vision klingt radikal. In gerade einmal zehn Jahren soll VR-Technologie allgegenwärtig sein und eine so vollständige multi-sensorische Stimulation bieten, dass die Systeme Halluzinationen auslösen können, die die bekannte Realität überlagern oder verändern.

Das klingt nach einer Junkie-Dystopie, aber Franco sieht Potenzial für die Fortentwicklung der menschlichen Spezies: “Menschen werden mit dieser Technologie ihre Wahrnehmung trainieren, rekalibrieren und verbessern.”

Die Systeme sollen im krassen Unterschied zu aktuellen VR-Brillen stehen, die ausschließlich die Sicht und unser Gehör beeinflussen. “In der Zukunft werden die Geräte andere sensorische Fähigkeiten haben und auch taktiles Feedback bieten.”

Francos Kollegin Karin Strauss sieht ebenfalls eine positive Entwicklung des VR- und AR-Marktes vorher. Für Microsoft beschäftigt sie sich mit der Architektur neuer Computersysteme. Ihre Vision fällt dementsprechend eher sachlich aus: In 2017 soll es deutlich mehr VR- und AR-Systeme geben, in 2027 fortschrittlichere. Als Wachstumstreiber sieht sie Systeme für künstliche Intelligenz, die mit wenig Energie auskommen, und hochwertige Near-Eye-Displays.

| Featured Image: Microsoft | Source: Microsoft

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