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Mimenspiel lernen mit Oculus Rift

von Matthias Bastian11. April 2016

Ok, also: Virtual Reality wird eingesetzt für Spiele und Videos, für die Behandlung von Depressionen, PTBS und um Angst vor Höhe oder Spinnen zu lindern. Journalisten benutzen VR für immersive Dokus oder um Spendengelder für einen guten Zweck einzusammeln, Tierschützer, um auf schreckliche Zustände in Schlachthäusern aufmerksam zu machen.

Chirurgen klinken sich in den Cyberspace ein, um Operationen vorzubereiten und die Gehirne ihrer Patienten genau zu analysieren, bevor sie mit einem Skalpell reinschneiden. Unternehmen platzieren Produkte auf dem Mond oder lassen Kunden die Traumküche mit 3D-Controllern gestalten.

Mittels VR-Brille und Telepräsenz besuchen wir entlegene Orte, beamen die Oma aus dem Krankenhaus zur Taufe des Enkelkindes oder sparen uns Reisezeit, weil wir Meetings in anderen Städten dank echtem Präsenzgefühl auch einfach in der VR-Brille beiwohnen können. Das Militär trainiert Soldaten in virtuellen Kampfgebieten, die NFL will mit VR-Trainings den eigenen Mitarbeitern Rassismus und Sexismus abgewöhnen.

Wir begeben uns auf Zeitreisen, in die Vergangenheit und in die Zukunft. In virtuellen Raketen fliegen wir zum Mond wie ’69 und fahren kurz darauf im Rover über die Marsoberfläche. Künstler und Designer benutzen neue Interfaces und Werkzeuge, um 3D-Kunst zu erschaffen. Ingenieure und Programmierer tun es ihnen gleich, bauen aber lieber Prototypen von Maschinen und VR-Umgebungen. Die Kabelnetzbetreiber der Zukunft demokratisieren große Sportveranstaltungen und tolle Konzerte – wir sitzen alle immer in der ersten Reihe.

Facebook-Boss Zuckerberg träumt davon, dass wir eines Tages Erinnerungen speichern, wiedererleben und mit anderen Menschen teilen. Palmer Luckey spielt Lucky’s Tale. In völlig neuartigen VR-Arcades treffen wir uns, um gemeinsam in fantastische Mixed-Reality-Umgebungen einzutauchen, dank denen wir fiktive Welten, die wir sonst nur von einem Blatt Papier ablesen oder auf einer Mattscheibe betrachten, nicht nur sehen und hören, sondern auch erfahren können.

In Virtual Reality basteln wir uns den eigenen Traumarbeitsplatz, mit einer unbegrenzten Anzahl an Monitoren vor einer Bergkulisse. Das virtuelle Großraumbüro integrieren wir einfach in unser Homeoffice – und schalten es auf Knopfdruck stumm. Chris Milk sitzt in der Empathiemaschine und gibt Vollgas. Ja, wir essen sogar virtuelle Nahrung, um die Umwelt zu schonen und Geschmackserlebnisse zu konservieren. Und die Pornoindustrie…die macht Pornosachen.

Warum sollte man also in Virtual Reality nicht auch eine Ausbildung zum Pantomimen durchlaufen?