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Mit Mindshow interaktive Animationsfilme in Virtual Reality produzieren

von Matthias Bastian6. August 2016

Das VR-Startup Visionary VR aus Los Angeles will es mit der App Mindshow auch Laien ermöglichen, animierte Filme zu produzieren. Mit der Bewegungserkennung von HTC Vive spielt man die Rollen verschiedener Charaktere ein. Einzelne Szenen können dann zu einer zusammenhängenden Handlung verknüpft werden.

Bislang dient VR in erster Linie als Medium fürs Entertainment. Besonders Spiele, Videos und “Erfahrungen” gibt es in den App-Stores zuhauf. Die virtuelle Realität hat aber auch das Potenzial, völlig neue Wege bei der Kreation einzuschlagen. Natürliche Interfaces ermöglichen es Laien, aufwendige 3D-Inhalte intuitiv zu erstellen. Die App Mindshow vom US-Startup Visionary VR ist ein gutes Beispiel dafür.

Digitale Figuren zu animieren, ist eigentlich ein aufwendiger Job für Profis, die mit teuren Desktop-Werkzeugen arbeiten. Mit der Bewegungserkennung von HTC Vive können Kreative ihre Ideen deutlich einfacher digitalisieren. Statt mit Maus und Tastatur am Rechner zu arbeiten, schlüpft man einfach selbst in die Rolle der zu animierenden Figur und spielt deren Part nach. Die Software wertet die Bewegungsdaten des Trackingsystems aus und setzt sie automatisch in Animationen um. Die Stimme wird samt passender Tonmodulation direkt über die VR-Brille erfasst.

Einzig die zur Szene passende Mimik muss noch händisch in einem Menü ausgesucht und während des virtuellen Drehs mit dem Touchpad der Vive-Controller angepasst werden. Neue Face- und Eye-Tracking-Technologien, die in der kommenden Generation VR-Brillen verbaut sein dürften, könnten diesen Prozess weiter vereinfachen.

Kreation ohne komplexe Benutzeroberflächen

Für Einsteiger bietet Mindshow eine Auswahl an Kulissen und Figuren, mit denen man sich ein passendes Umfeld für die eigene Geschichte zusammenstellen kann. Das Angebot soll stetig erweitert werden. Der fertig abgedrehte Kurzfilm kann als 360-Video exportiert und mit allen gängigen VR-Brillen – angefangen bei Cardboard – angesehen werden. Man kann sein Werk auch als 3D-Szene weitergeben, so dass sich Besitzer von hochwertigen VR-Systemen frei darin bewegen und die Handlung mit eigenen Schauspieleinlagen remixen können.

Natürlich kann man mit Mindshow keine aufwendigen Filmproduktionen auf Pixar-Niveau produzieren. Aber das ist gar nicht das Ziel der Entwickler. Vielmehr geht es ihnen darum, Nutzern eine neue Möglichkeit zu geben, sich kreativ auszudrücken.

“Wenn man ein Kostüm trägt, ist es plötzlich viel einfacher, aus sich herauszugehen und Dinge zu tun, die man normalerweise nicht tun würde”, sagt Jonnie Ross von Visionary VR gegenüber dem Tech-Magazin The Verge. Er sieht Mindshow als “einen ersten Schritt in eine Zukunft, in der alles formbar wird”.

Für einen Early-Access-Zugang zu Mindshow für HTC Vive kann man sich hier auf der offiziellen Webseite registrieren.

| Featured Image: Visionary VR