Titelbild: Three Square Market

In UK implantieren einzelne Unternehmen Mitarbeitern Mikrochips unter die Haut, um Zugang zu Dokumenten oder Büros zu regulieren. Britische Arbeitgeberorganisationen finden das nicht gut.

Der reiskorngroße Mikrochip der britischen Firma Bioteq wird in die Hand zwischen Daumen und Zeigefinger implantiert. Er kann zum Beispiel Passwörter oder Schlüssel ersetzen.

Mehr noch: Der Zugang zu jeder Technologie, jedem Büro und jedem Dokument im Unternehmen könnte pro Person reguliert und Berechtigungen könnten ohne großen Aufwand und in Windeseile justiert werden – bis hin zur Kaffeemaschine oder dem Firmenwagen. Der Chip kann auch medizinische Daten speichern.

Laut eines Berichts von “The Guardian” hat Bioteq bereits 150 dieser Mikrochips implantiert. Unter anderem wird die Technologie in einer Bank getestet.

Die Firma will die Chips bereits nach Deutschland, Spanien, Frankreich, Japan und China geliefert haben. Neben Unternehmen gehören Endverbraucher zur Zielgruppe. Ein Implantat kostet zwischen 80 und 300 Euro.

Das schwedische Unternehmen Biohax ist in derselben Branche unterwegs und befindet sich laut eigenen Angaben in Gesprächen mit mehreren britischen Anwaltskanzleien und Finanzdienstleistern. Darunter soll ein großes Unternehmen mit Hunderttausenden Angestellten sein.

Biohax will in Europa über 3.000 Chips ausgeliefert haben. In den USA chippte das Unternehmen im letzten Jahr 40 Angestellte des Unternehmens “Three Square Market”.

Britische Gewerkschaften warnen vor Chip-Kontrolle

Ein Sprecher der britischen Arbeitgeberorganisation “Confederation of British Industry” (CBI) bezeichnet die Implantate als “unangenehme Begleiterscheinung” der Digitalisierung. Unternehmen sollten sich besser darauf konzentrieren, ihre Mitarbeiter für die eigene Sache zu begeistern und einzubeziehen.

Der Dachverband der Gewerkschaften “Trades Union Congress” (TUC) befürchtet, dass Arbeitnehmer gezwungen werden könnten, die Chips zu tragen: “Einige Arbeitnehmer sorgen sich bereits, dass sie durch Technologie überwacht werden”, sagt Generalsekretär Frances O’Grady. Die Privatsphäre könne durch die Chips eingeschränkt und die Machtposition und Kontrollmöglichkeiten von Entscheidern gestärkt werden.


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