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“Miyubi” erzählt eine Familiengeschichte aus den Augen eines Roboters

von Tomislav Bezmalinovic23. Januar 2017

Auf dem Sundance Film Festival feiert das bisher größte Filmprojekt der Felix & Paul Studios Premiere: “Miyubi” ist ein 360-Grad-Film, der vierzig Minuten dauert und eine Familiengeschichte aus den Augen eines Spielzeugroboters erzählt. 

Die Felix & Paul Studios sind bekannt für ihre hochwertigen 360-Grad-Filmproduktionen. Nun betreten Félix Lajeunesse und Paul Raphaël in mehrerlei Hinsicht Neuland: Zum ersten Mal wagen sich die beiden an einen für das Format ungewöhnlich langen Film, der zudem um eine richtige Geschichte erzählt. Aber auch das Genre ist neu, denn es handelt sich um eine Komödie. Bei der Ausarbeitung der Geschichte half das auf Comedy spezialisierte US-Studio “Funny or Die”.

Miyubi spielt 1982 und erzählt die Geschichte einer US-amerikanischen Familie, die in einem Vorort lebt. Miyubi ist der Name eines japanischen Spielzeugroboter, den der Vater der Familie seinem Sohn aus Japan mitgebracht hat. Was die Familie nicht weiß: Der Roboter besitzt ein Bewusstsein und sieht, was um ihn herum geschieht: der ältere Sohn möchte ein Punk sein und rebelliert, wo er kann, der Vater arbeitet zu viel und ist oft auf Reisen, die Mutter sitzt frustriert zuhause und der Großvater, ein Kriegsveteran, leidet an Demenz.

“Als die Geschichte beginnt, kommt es einem vor, als sei man das größte Wunder auf der Welt und man wird von allen geliebt. Dann lässt die Aufmerksamkeit plötzlich nach und man wird nach und nach von der Familie aufgegeben, die einen zuerst liebte”, erzählt Lajeunesse gegenüber Inverse. Der VR-Film zeigt, wie die Erinnerungen des Roboters und das Augenlicht verblassen, nachdem die Batterien langsam zur Neige gehen.

Der Anspruch von 360-Grad-Filmen könnte steigen

Der Film versetzt den Zuschauer in atmosphärisch dichte Szenen, etwa ein Abendessen der Familie oder das Spielzimmer des Jungen, das voller Actionfiguren ist und Poster aus den 80er Jahren zeigt. Interaktionsmöglichkeiten bietet der Film nicht, außer dass man während des Films Easter Eggs finden kann, die Bonusszenen freischalten. Die Schauspieler sind durchweg professionell und Inverse zufolge soll sogar Hollywood-Schauspieler Jeff Goldblum (Jurassic Park, Independence Day) in einer Gastrolle zu sehen sein. Ganz am Anfang des Films stellt er sich als der Schöpfer von Miyubi vor.

Es ist lobenswert, dass die Felix & Paul Studios versuchen, in neue Gebiete vorzustoßen und eine komplexe Geschichte mit richtigen Schauspielern zu erzählen. Die meisten 360-Grad-Filme tun ja oft nicht mehr, als Eindrücke mehr oder weniger lose aneinanderzureihen.

Es könnte übrigens gut sein, dass weitere solcher Produktionen folgen: Das Startup hat im Dezember bekanntgegeben, dass es mit dem Fox Innovation Lab zusammen an der Umsetzung hochwertiger VR-Filme arbeitet, die auf Marken von 20th Century Fox zurückgreifen.

Wann Miyubi erscheint, ist noch nicht bekannt. Die offizielle Internetseite der Felix & Paul Studios ist hier zu finden.

| Featured Image: Felix & Paul Studios | Source: Inverse

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