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Mobile-Virtual-Reality: Neuer ARM-Prozessor und Mali-GPU G71

von Matthias Bastian30. Mai 2016

Bisher hat Google nicht bekanntgegeben, welche Smartphone-Spezifikationen “Daydream-ready” sind. Der neue Cortex-A73 Prozessor sowie die Mali-G71-GPU von ARM sollen den neuen Virtual-Reality-Standard für mobile VR-Brillen aber erfüllen.

Beide Chips bieten gegenüber den Vorgängern, wie es sich gehört, mehr Leistung bei geringerem Energieverbrauch. Der Cortex-A73 soll im Vergleich zum A72 30 Prozent schneller rechnen und dabei ebenso viel Energie einsparen. Das neue VR-Glanzlicht soll aber die Mali-G71-GPU werden, die auf Basis der “Bifrost”-Architektur speziell für “Highend-Anwendungsszenarien” gebaut wurde. Gegenüber den aktuell in Flaggschiff-Smartphones verbauten GPUs soll sich die Rechenleistung deutlich steigern, laut The Inquirer bringt die neue Mali-GPU in ersten Benchmarks mehr Leistung als ein Notebook aus 2015 mit diskreter GPU – erwähnt aber leider nicht, welche diskrete GPU.

ARM gibt eine 40-prozentige Performancesteigerung gegenüber dem Mali-T880-Chip an, bei 20 Prozent mehr Effizienz und Bandbreite; sogar für 4K-Inhalte soll der Grafikchip schon fit sein. Fans von Mobile-VR hoffen besonders darauf, dass die neuen Chips bei grafisch anspruchsvollen Virtual-Reality-Anwendungen nicht mehr ständig überhitzen – das ist bei der aktuellen Smartphone-Generation noch ein nerviges Problem.

Laut ARM wurden die neuen Chips mit Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen im Hinterkopf designt. “Wir haben mit Google zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass unsere GPUs sowie die Video- und Displayprozessoren die ultimative mobile VR-Erfahrung mit Daydream bieten. Zusätzlich kooperieren wir mit einer Reihe führender Unternehmen, damit diese die ersten Daydream-ready Geräte versenden können.”

Die Hardware alleine tut es nicht, daher schreibt ARM, dass auch die Entwicklungsumgebung Mali DDK speziell für niedrige Latenzen optimiert wurde. Die neue Hard- und Software soll die virtuelle Realität in Kombination “weltweit hunderten Millionen Menschen” zugänglich machen.

“VR ist ein sehr interessantes Anwendungsszenario für ARM und wir wollen kontinuierlich in Innovationen investieren, um mobile VR-Erfahrungen noch besser zu machen. Wir sind stolz darauf, dass wir für Daydream sehr eng mit Google zusammenarbeiten und freuen uns auf die Möglichkeiten, die dadurch für die Industrie entstehen.”

An gleicher Stelle beschreibt ARM auch eine neue Software-Schnittstelle im Entwicklerkit für das “Foveated Rendering”, das im Kontext von Eye-Tracking-Technologien eingesetzt wird, um Rechenleistung zu sparen. Wer tiefer in die neue Architektur der beiden Chips einsteigen möchte, findet bei Android Authority ausführliche Analysen der neuen Features von GPU und CPU.

| Sources: Android Authority, The Inquirer, ARM | Featured Image: ARM