Mit “Left 4 Dead” und dem Nachfolger landeten die Turtle Rock Studios zwei große Hits. Nachdem ihr letzter AAA-Titel “Evolve” kolossal floppte, schauten sich die Spielentwickler nach einem neuen Standbein um und fanden es in Virtual Reality. Mit einer VR-Erfahrung für Samsung Gear VR hatten sie unerwartet großen Erfolg.

Rund vier Jahre war “Evolve” in Entwicklung, bevor es Anfang 2015 für PC und Konsolen erschien. In dem asymmetrischen Online-Shooter kämpfen mehrere Spieler gegen ein übermächtiges Monster an, das von einem fünften Spieler gesteuert wird.

Die AAA-Produktion floppte und wurde 18 Monate nach Erscheinen zu einem Free-to-Play-Titel. Die Spielerzahl stieg damit zwar an, jedoch nicht hoch genug: Der Publisher ließ die Server weiterlaufen, aber legte die Weiterentwicklung des Titels auf Eis. “Die Situation sah absolut finster aus, aber das ist nicht ungewöhnlich in unserer Branche”, sagt Studioleiter Steve Goldstein gegenüber Engadget.

Ein unerwarteter Erfolg

Nach dem Megaflop sah sich das Studio nach neuen Ertragsquellen um. Mit finanzieller Unterstützung seitens Facebook versuchten sich die Entwickler an ersten VR-Projekten. Daraus gingen zwei Apps vorher: Die erste heißt Other Worlds und ist eine meditative VR-Erfahrung für Samsung Gear VR, die VR-Nutzer in atmosphärische 360-Grad-Szenarien versetzt.

Die zweite VR-App Face Your Fears erschien ebenfalls für Samsung Gear VR und wurde ein durchschlagender Erfolg: Die Schocker-App verzeichnet mittlerweile mehr als 1,6 Millionen Downloads und ist damit einer der bekanntesten VR-Titel. Die App bietet eine kostenlose VR-Horrorerfahrung, zusätzliche Inhalte können hinzugekauft werden. Im Frühjahr 2017 erschien Face Your Fears für Oculus Rift, diesen Monat folgte eine kostenlose Episode im Stranger-Things-Universum.

Oculus Go soll den Durchbruch bringen

Vom Erfolg der VR-App ermutigt, ging das Studio ein neues, ambitionierteres Projekt: Im Rollenspiel The Well erforschen Nutzer eine Fantasywelt und bestreiten mit einer Gruppe von Charakteren rundenbasierte Kämpfe. Das Spiel erschien vergangenen Oktober, ohne jedoch den Erfolg von Face Your Fears zu wiederholen.

Goldstein glaubt, dass Oculus Go dem Spiel zum Durchbruch verhelfen könnte. Oculus’ autarke VR-Brille werde neue Käuferschichten erobern, die bereit sind, in anspruchsvollere Spiele zu investieren und mehr Zeit unter der VR-Brille zu verbringen. Das Gerät erscheint Anfang 2018 und bietet für 200 US-Dollar einen hohen Nutzungskomfort: Da sie sämtliche Elektronik verbaut hat, benötigt sie keinen externen Zuspieler mehr.

Die Zukunft ist offen

Aktuell arbeitet das Studio an mehreren VR-Projekten und einem noch unangekündigten AAA-Titel für PC und Konsolen. Laut Goldstein haben die VR-Spiele dem Studio geholfen, die Risiken eines solchen Projekts abzufedern. In der Virtual Reality sieht der Studioleiter weiter großes Potenzial: Das Studio könne mit dem neuen Medium eine vollkommen neue Kundschaft aufbauen, die mit klassischen Videospielen nicht viel am Hut hat.

Ob Oculus Go wirklich ein Hit wird, lässt Goldstein offen. Falls sie floppt, werde Facebook andere Wege finden, Virtual Reality zum Durchbruch zu verhelfen: “Wenn Mark Zuckerberg sagt, er möchte eine Milliarde Menschen in die Virtual Reality bringen, dann wird er Mittel und Wege finden. Wenn Oculus Go nicht zum Hit wird, dann etwas anderes”, sagt Goldstein.

| Featured Image: Turtle Rock Studios | Source: Engadget

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