Update vom 11. Dezember 2018:

LearnTec 2019

Auf wiederholte Nachfrage zum Grad der Nachbearbeitung des Videos und welche Bereiche des Schuhs in Echtzeit gerendert wurden, reagiert Mimic nicht.

Ursprünglicher Artikel vom 9. Dezember 2018:

Klingt komisch, ist aber so: Dieser total echt aussehende Turnschuh existiert nur in der digitalen Realität. Augmented Reality in Kombination mit einem neuen 3D-Scanning-Verfahren macht es möglich.

Glaubt es, oder glaubt es nicht, aber dieser Schuh existiert nur in der Augmented Reality. So kündigt das Londoner XR-Entwicklerstudio “Mimic” den AR-Turnschuh bei Twitter an.

In der Tat: Sogar als die Smartphone-Kamera nah an das 3D-Modell heranfährt, ist der Schuh kaum als digitale Kopie zu identifizieren.

Zu verdanken ist die gelungene Illusion einem speziellen Scanning-Verfahren sowie einer neuen Beleuchtungssoftware – beides Marke Eigenbau.

Der erstaunliche Realitätsgrad überrascht die Twitter-Gemeinde: Über 300.00 Mal wurde der Clip innerhalb weniger Tage abgerufen. Viele Nutzer reagieren verblüfft oder glauben gar an einen schlechten Scherz. Eine typische Antwort sieht daher so aus:

Auf Nachfrage will mir das Team nicht verraten, mit welchem Verfahren der Schuh so ultra detailliert eingescannt wurde. Die Technologie würde noch “hinter geschlossenem Vorhang” entwickelt.

“Wir können nur sagen, dass wir ein Scan-System aufgebaut haben, das diesen immensen Detailgrad erfassen […] und gleichzeitig je nach gewünschtem System auf unterschiedliche Streaming-Dateigrößen optimieren kann”, so ein Sprecher von Mimic. Zum Zeitaufwand wollte sich das Studio ebenfalls nicht äußern.

Immerhin verrät Mimic, dass es sich um eine Art Box handelt, in die das Produkt für den Scan platziert wird.

Kreative in Szene setzen

Ziel von Mimic sei es, Werkzeuge und Prozesse für die XR-Entwicklung zu entwerfen, die Kreativen ihre Arbeit erleichtern. “Wir hoffen, dass XR so als eigenes Medium und Kunstform akzeptiert wird wie Film und Musik.”

Die Renderkapazitäten vieler Systeme seien deutlich höher, als die Leute es realisierten, meint Mimic. Das läge an der Qualität der produzierten Inhalte, nicht an der tatsächlichen Leistungsfähigkeit. Die Schuh-Demo läuft ab einem Samsung S7 mit Googles ARCore oder einem iPhone 6 mit ARKit.

“Durch unseren Scanner kann in vielen XR-Anwendungen ein höherer Realitätsgrad erreicht werden, ohne dass menschliche Modellierung und Texturierung erforderlich sind”, sagt Mimic.

Einen Deal mit Nike hat das Studio laut eigenen Angaben nicht. Noch nicht jedenfalls. Weitere Demos für AR und VR sollen in den nächsten Wochen folgen.


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