0

Neu im Oculus Store für Gear VR: Transport ist die beste Plattform für VR-Inhalte

von Matthias Bastian24. April 2016

In dieser Woche feiert die im Vorfeld groß angekündigte Content-Plattform Transport von Wevr Premiere. Außerdem gibt es eine Einführung im OP-Saal und Tuts Tomb simuliert einen Ausflug in ein ägyptisches Museum. Und VR: Bang bangt nicht.

Transport von Wevr – hochwertige 360-Inhalte für Gear VR

Ja, genau, noch eine Content-Plattform. Mittlerweile weiß man ob der riesigen Auswahl an 360-Video-Apps schon gar nicht mehr, welche man für immersive Videos nutzen soll. Jaunt VR, Vrideo, YouTube, Oculus Video, LittlStar, Facebooks 360-Videos, Samsungs Milk VR, VRSE oder die App der New York Times – die Liste ist noch deutlich länger.

Transport von Wevr soll auf lange Sicht mehr sein als nur eine reine Plattform für 360-Videos und sich als “Content Delivery Network” für hochwertige VR-Inhalte etablieren. Dazu gehören gefilmte 360-Videos, aber auch gerenderte Aufnahmen oder interaktive Anwendungen. 25 Millionen stecken in der Plattform, an der Spitze der Investoren steht HTC. Und man merkt Transport an, dass richtig Geld in die Entwicklung geflossen ist. Die Menüs sind mit tollen 360-Aufnahmen umgeben, jeder Inhalt wird individuell präsentiert, die Menüführung klappt und die Schrift ist gut lesbar – das liegt ein gutes Stück über den meist durchschnittlichen Angeboten (Milk VR ausgenommen) der Wettbewerber.

Mit vier kostenlosen gerenderten und gefilmten 360-Inhalten startet Transport, darunter die von Vive-Demonstrationen bekannte Tiefsee-Erfahrung “The Blu”, bei der man mit einem riesigen Wal äugeln darf. Sehr positiv: Streaming ist nicht möglich. Warum ist das positiv? Weil 360-Inhalte ohnehin schon unter einer zu geringen Auflösung leiden. Die zusätzlichen Kompressionsartefakte bei gestreamten Inhalten verschlechtern das Gesamtbild nur noch mehr. Durch den Download stellt Wevr sicher, dass die Inhalte in der bestmöglichen Qualität angesehen werden. Um die Inhalte herunterzuladen, muss man zuvor einen Account anlegen.

Auf "Transport" will Wevr Video-Inhalte für alle VR-Brillen bereitstellen.

Mit Transport will Wevr hochwertige Virtual-Reality-Inhalte für alle VR-Brillen bereitstellen. BILD: Wevr

RCSI Medical Training Sim – Doktor spielen in Virtual Reality

Was dem Piloten sein Flugsimulator ist, könnte “RCSI Medical Training Simu” für Chirurgen werden. In VR sollen sich angehende Operateure zukünftig Wissen und die nötige Stressresistenz aneignen, um später auch im realen Leben erfolgreich zu operieren.

Die Entwickler von Immersive VR Education, die auch für Apollo 11 für Oculus Rift und HTC Vive verantwortlich sind, sind mit dem Anspruch angetreten, Virtual Reality als Lernmedium optimal zu nutzen. “Durch Erfahrung lernen” ist das Motto des jungen US-Unternehmens – “Erfahrungsbasiertes Lernen” nennt der deutsche Didaktiker das zugrundeliegende Konzept. Die neue App für Gear VR (zu finden bei den Konzepten) soll angehenden Chirurgen dabei helfen soll, sich auf Operationen vorzubereiten.

Dabei formuliert Immersive VR Education einen doppelten Anspruch an das neue Medium: Einerseits sollen Lerninhalte interaktiv vermittelt werden, beispielsweise an welcher Stelle genau das Skalpell anzusetzen ist. Andererseits soll aber auch die reale Umgebung so immersiv simuliert werden, dass die lernenden Chirurgen nicht nur theoretisches Wissen vermittelt bekommen, sondern gleichzeitig auch trainieren, den Stress auszuhalten, den sie auch am realen OP-Tisch aushalten müssen. Im Notfallraum muss man unter Zeitdruck Entscheidungen fällen, die über Leben und Tod entscheiden.

Damit die Erfahrung möglichst authentisch ist, wurde die App gemeinsam mit dem irischen “Royal College” für Chirurgen entworfen. Für Gear-VR-Besitzer mit medizinischem Hintergrund oder interessierte Laien lohnt sich der Download.

Discovr Egypt: King Tut’s Tomb – Virtueller Museumsbesuch

Discovr Egypt ist ebenfalls eine kostenlose Konzept-App, aber es gibt noch nicht viel zu sehen. Man wandert durch ein virtuelles ägyptisches Museum und bekommt etwas Erklärtext auf die Tonspur. Das Konzept scheint zwar vielversprechend, aber bei solchen Apps hapert es sichtlich am technologischen Fundament und am Budget. Die Version für HTC Vive könnte interessanter werden, denn das fehlende Positional Tracking von Samsungs VR-Brille stört doch sehr. Man möchte sich ja auch nach vorne beugen und die Ausstellungsstücke aus der Nähe inspizieren. Virtuelle Museumsbesuche könnten durchaus mal eine Sache werden, wenn sowohl Soft- als auch Hardware deutlich mehr hergeben.

VR: Bang – Ääähh…

Anders als der Titel es vermuten lässt, verbirgt sich hinter VR: Bang nur ein simpler Arcade-Shooter, bei dem man in einer Comic-Welt alle möglichen bunten Gegenstände platzen lässt. Immerhin: Wahrscheinlich ist es das erste Spiel seiner Art, das allein über Kopfbewegungen und Blicke gesteuert wird, die Bedienung ist komplett “hands free”. Trotzdem scheint selbst der aufgerufene Euro bei dem gebotenen Minimalspielspaß noch recht viel zu sein.

Samsung und Oculus VR würden sich und den Nutzern mit einer strengeren Qualitätskontrolle einen Gefallen tun. Sonst ist der Gear-VR-Store bald so mit durchschnittlichen Apps überfüllt, dass das Funkeln der wenigen Diamanten darunter kaum mehr auffällt. Das kennt man ja auch von den iOs oder Android App-Stores.