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Neue 3D-Kamera soll realen Kopf in virtuellen Avatar umwandeln

von Matthias Bastian6. Januar 2017

Wie man mehr Menschlichkeit in die sterile Wirklichkeit der Virtual Reality bekommt, das ist eine Frage, die viele VR-Unternehmen umtreibt. Ein Versuch ist, dass ein möglichst detailliertes Abbild des realen Menschen digitalisiert wird.

Das ist auch die Idee hinter dem 3D-Gesichtsscanner von Bellus. Das kleine Gerät wird an der Oberseite eines Android-Smartphones oder -Tablets angebracht und mit dem Mobilgerät verbunden.

Wie bei einem Selfie hält man die Konstruktion vor sich  und dreht einmal kurz den Kopf nach links und rechts. Nach dem Scanvorgang rendert die Bellus-Software in rund 20 Sekunden ein realistisches 3D-Modell des eigenen Kopfes.

Das Modell liegt im .obj-Format vor und könnte von einem 3D-Drucker verarbeitet werden. Bevor jemand fragt: Ja, man könnte sich damit Gesichter anderer Menschen ausdrucken und als Maske aufsetzen. Und ja, das ist ein Anwendungsszenario, das Bellus offenbar in Betracht zieht.

Der 3D-Scanner hat Infrarot- und Farbsensoren verbaut, die mit 1,2 Megapixel auflösen. Zwei Infrarot-Projektoren sind für die 3D-Abtastung zuständig. Zusätzliche Farbinformationen liefert die herkömmliche Tablet- oder Smartphonekamera.

Wirkt täuschend echt

Das Ergebnis ist erstaunlich akkurat. Wie man in der Sketchfab-Demo unten sehen kann, wirkt das 3D-Modell enorm realistisch und ist sehr detailliert. Für den Einsatz im Kontext von Virtual Reality und Avataren fehlt noch ein Prozess, um den 3D-Kopf zu animieren.

Bellus prüft, welche sinnvollen Anwendungsszenarien für den Mini-Scanner existieren. Er ist noch ein Prototyp und soll im ersten Quartal 2017 an ausgewählte Entwickler und Partner verkauft werden.

Wer sich für den Prototyp interessiert, soll über die offizielle Webseite eine Anfrage an Bellus stellen. Eine kommerzielle Version soll Ende 2017 erscheinen und circa 300 US-Dollar kosten.

| Featured Image: Bellus

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