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Neue AMD-Grafikkarte soll Virtual Reality bezahlbar machen

von Matthias Bastian1. Juni 2016

Nachdem Nvidia mit den neuen Grafikkarten der GTX 1070/1080er Generation den Mittelklasse- und Highend-Bereich für VR-ready Grafikkarten erfolgreich abdeckt, versucht es AMD von unten und greift über das Preis-Leistungs-Verhältnis an.

Auf der Computex Fachmesse kündigte AMD-Chefin Lisa Su die neue Radeon RX 480 Grafikkarte an. Die Karte kostet in der 4GB-Variante 200 US-Dollar zzgl. Steuern und kommt ab dem 29. Juni auf den Markt, vorerst nur als Referenzdesign. Partnermodelle sollen ebenso wie eine 8GB-Version folgen, ein Preis für diese ist noch nicht bekannt.

Die neue Karte hat den Massenmarkt im Visier und soll möglichst viele Rechner zu einem günstigen Preis VR-ready machen. Die Rechenleistung der RX 480 liegt bei rund 5 Teraflops, das soll laut AMD nach Rücksprache mit VR-Entwicklern für die kommenden drei bis vier Jahre ausreichen. Die 1070er-Konkurrenz von Nvidia bringt es auf 6 Teraflops, kostet aber auch rund 150 Euro mehr. Außer Konkurrenz läuft die GTX 1080 mit circa 9 Teraflops Rechenleistung, dafür muss man für die Karte aber auch circa 800 Euro auf den Tresen legen. Das sind allerdings nur theoretische Werte, wie die Karten sich unter realen Bedingungen schlagen, bleibt abzuwarten. Einen ausführlichen Test der GTX 1080 in Hinblick auf VR-Anwendungen gibt es hier.

Lässt noch auf sich warten: Massenmarkt für Virtual Reality am PC

Fraglich ist, ob der von AMD angestrebte VR-Massenmarkt in dieser Form überhaupt existiert oder jemals existieren wird. VR-Enthusiasten mit Highend-PCs werden wohl trotz des günstigen AMD-Angebots eher zur noch leistungsfähigeren Konkurrenz von Nvidia greifen. Alle anderen VR-Interessierten setzen auf Mobile-VR oder warten darauf, dass es VR-Brillen gibt, die ohne externen Zuspieler funktionieren. Unter anderem arbeitet auch AMD bereits an einer eben solchen: “Sulon Q” ist eine mobile Virtual-Reality-Brille, die dank integrierter Sensoren auch Funktionalitäten aus dem Augmented-Reality-Bereich bieten soll.

AMD strebt aber auch in den Highend-VR-Bereich, arbeitet gemeinsam mit einem noch unbekannten Hersteller an einer VR-Brille, die 4K-Auflösung pro Auge bieten soll. Um so eine Highend-Brille auch mit ausreichend Pixeln füttern zu können, bietet AMD die Grafikkarte “Radeon Pro Duo”, die sich in erster Linie an VR-Enthusiasten richtet, die eigene Inhalte erstellen und rendern wollen. Die GPU kostet stolze 1.500 US-Dollar und soll bei Veröffentlichung im zweiten Quartal 2016 mit circa 16 Teraflops die schnellste ihrer Art sein.

Der Chiphersteller stellt sich für die virtuelle Zukunft offenbar möglichst breit auf. “Wir machen die Technologie weltweit mehr Menschen zugänglich, indem wir das VR-Ökosystem ausweiten, zum Beispiel mit VR i-Cafés in China, Unterstützung für Oculus Rift und HTC Vive und Kooperationen mit Partnern aus den Bereichen Gaming, Entertainment, Bildung, Wissenschaft, Medizin, Journalismus und anderen spannenden Branchen”,  sagt Raja Koduri von AMD.

| Via: Engadget, Road to VR | Featured Image: Road to VR