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Neue Displaytechnologie aus Oxford soll den AR-Markt aufmischen

von Matthias Bastian17. Dezember 2016

Das Unternehmen Wave Optics aus Oxford will eine neue Displaytechnologie entwickelt haben, die auch bei kleinem Formfaktor noch hochwertige digitale Grafiken bei einem weiten Sichtfeld darstellen kann.

Das Unternehmen setzt ähnlich wie Microsoft bei Hololens auf Wellenleitertechnologie, kombiniert diese jedoch mit photonischen Kristallen. Die künstliche Kristallstruktur funktioniert wie ein optischer Halbleiter, der Lichtstrahlen präzise manipulieren und sie sowohl isolieren als auch durchlassen kann. Die Kristalle sollen ein komplexes Muster an Lichtstrahlen erzeugen können, die sich überlagern oder auslöschen.

Erforscht werden solche optischen Kristalle schon seit den 80er-Jahren, lange Zeit waren sie umstritten. Jetzt möchte Wave Optics die Technologie für Augmented-Reality-Brillen aller Art einsatzbereit haben. Anfang des Jahres wurde Wave Optics mit mehreren Millionen US-Dollar finanziert. Unter den Investoren war auch das Technologieunternehmen Bosch.

“Wir sind absolut beeindruckt von Wave Optics Technologie und den Produkten und sehen großes Potenzial bei vielen Unternehmensanwendungen”, kommentierte ein Sprecher von Bosch die Investition.

Wave Optics will sich als wichtiger Zulieferer etablieren

Das prototypische Augmented-Reality-Headset “Ghost” hat die Technologie bereits integriert. Es ist für Demonstrationen gedacht und dafür, dass andere Unternehmen und Entwickler auf der Technologie aufbauend eigene Hard- und Software entwickeln können. Rund drei Jahre war das Gerät in Entwicklung.

Laut einem Bericht ist die Darstellung von digitalen Objekten scharf und verschwimmt selbst bei sehr schnellen Kopfbewegungen nicht. Das Sichtfeld soll deutlich weiter sein als bei Microsofts Hololens. Die Hologramm-ähnlichen Abbildungen sollen auch bei Tageslicht noch gut erkennbar sein.

Aktuell hat Wave Optics keine Pläne, auf eigene Faust ein kommerzielles Produkt zu veröffentlichen. Stattdessen erhoffen sich die Gründer, dass andere Unternehmen die Technologie einkaufen – zum Beispiel Microsoft für Hololens.

“Wave Optics glaubt an eine neue Realität – eine nahtlose and immersive Erfahrung, welche die uns umgebende physische Welt erweitert.”

Laut dem Unternehmen gibt es schon eine Reihe hochkarätiger Partner, die die neuartige Displaytechnologie in ihr eigenes Produkt integrieren wollen. Auf der eigenen Webseite schreibt Wave Optics, dass die optische Lösung für spezifische Anwendungsfälle maßgeschneidert oder in Massenware mit vielen verschiedenen Formfaktoren integriert werden kann.

Im Januar kommenden Jahres expandiert Wave Optics in die USA und hat dort große Pläne. “Bislang ist echte Augmented Reality weitgehend unbekannt. Wir ändern das”, sagt der Geschäftsführer Sumanta Talukdar. “Wir haben die Kerntechnologie entwickelt, die noch gefehlt hat, damit die Produkte interessant werden für den Massenmarkt.”

Wave Optics zeigt zwei Werbevidos, die die Vision zur Augmented-Reality-Zukunft skizzieren. Rückschlüsse auf die Qualität der Displaytechnologie lassen die Videos nicht zu; konzeptionell sind sie aber durchaus interessant.

| Featured Image: Wave Optics

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