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Neue Einblicke in die Virtual-Reality-Spielhalle “The Void”

von Matthias Bastian16. Februar 2017

In Utah eröffnet in Kürze die VR-Spielhalle “The Void”. Das Wired-Magazin bekommt einen exklusiven ersten Einblick in die fast fertige Arcade.

So spannend die erste Generation VR-Brille ist, so offensichtlich sind die Defizite. Neben einfach zu verbessernden technischen Rahmenbedingungen wie eine höhere Auflösung, ein weiteres Sichtfeld oder höherer Tragekomfort, gibt es grundlegende Probleme, bei denen eine Lösung nicht in Sicht ist.

Insbesondere die Fortbewegung im virtuellen Raum und die fehlende Haptik machen VR-Entwicklern zu schaffen. Diese beiden Defizite werden Heimanwender noch lange Zeit begleiten, das ist absehbar.

Genau an dieser Stelle wittern die Macher der VR-Spielhalle “The Void” eine Marktlücke. Sie bieten ein Arcade-Erlebnis, das die virtuelle und bekannte Realität auf den Millimeter genau miteinander verschmilzt.

Das Resultat soll sich laut Wired anfühlen wie eine Mischung aus Film, Spiel und einem realen Hindernisparcours. Gelobt wird insbesondere, dass man das Erlebnis mit anderen Menschen teilen kann – im Gegensatz zur VR-Brille für Zuhause, die sozial eher isoliert.

Die Hyper Reality löst die Probleme der Virtual Reality

Plötzlich kann man virtuelle Gegenstände hochheben und spürt ihr Gewicht ganz real. Wände kann man berühren, anstatt sie einfach zu durchschreiten. Man spürt Hitze und Feuchtigkeit auf der Haut, gegnerische Treffer pochen auf die Brust wie echte Einschläge.

Mit einer kabellosen Spezialausrüstung bewegen sich die Besucher durch eine große Halle, die als virtuelles Spielfeld dient. Die Entwickler nennen das “Hyper Reality”, um sich von den bekannten Virtual-Reality-Erlebnissen abzugrenzen.

Einer der Mitgründer von “The Void”, Curtis Hickman, ist für die Illusionen verantwortlich. Er benutzt keine virtuellen Technologien, sondern ganz reale Zaubertricks. Der erfahrene Magier hat unter anderem schon mit David Copperfield an überzeugenden Täuschungsmanövern gearbeitet. Dieses Wissen setzt er jetzt ein, um das virtuelle Erlebnis so real wie möglich erscheinen zu lassen.

In den eigenen vier Wänden sind VR-Erlebnisse mit solch einem Immersionsgrad erst möglich, wenn Daten direkt ins Hirn gefeuert werden. Die mechanische Simulation hingegen ist so aufwendig, dass sie genau solchen Angeboten wie “The Void” vorbehalten bleibt. Das Unternehmen hat also echte Chancen, dauerhaft in einem neuen Markt Fuß zu fassen – falls das Angebot gut angenommen wird.

Nach über zwei Jahren Entwicklungszeit soll der erste Ableger von “The Void” jetzt die Tore “für eine kleine Gruppe Ticketbesitzer” öffnen. Während dieser Zeit habe man sehr viel darüber gelernt, wie Menschen mit der virtuellen Umgebung interagieren und wie man sie auf engem Raum glaubhaft hinters Licht führt, sagt Hickman.

Eine weltweite Expansion ist für die kommenden Monate und Jahre geplant. Ein Void-Ableger im Ghostbusters-Universum läuft seit Sommer 2016 bei Madame Tussauds in New York.

| Featured Image: Wired (Screenshot bei YouTube)