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Neuer Handschuh als VR/AR-Interface mit haptischem Feedback pro Finger

von Matthias Bastian26. Dezember 2016

Seit rund zwei Jahren ist der Senso-Handschuh in Entwicklung. Er soll als neues Interface für Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen dienen und bietet haptisches Feedback pro Finger.

So ganz sicher ist sich Senso noch nicht, ob der eigene Handschuh mit dem Wettbewerb mithalten kann – oder das im September 2015 gegründete US-Startup ist einfach recht bescheiden. “Der wahrscheinlich beste Controller für Virtual und Augmented Reality” heißt der Slogan für das Produkt.

Die Besonderheit am Senso-Handschuh ist das Trackingverfahren. Es soll dank sieben direkt im Handschuh integrierter sensorischer Messeinheiten ohne externes Zubehör auskommen. Allein auf Basis der Daten der IMUs soll der Handschuh dauerhaft präzise im Raum geortet werden können. Der normalerweise bei längerer Nutzung auftretende Drift soll laut den Entwicklern mittels Software korrigiert werden.

Für das haptische Feedback sorgen fünf Vibrationsmotoren an jedem einzelnen Finger. Die Latenz soll bei unter zehn Millisekunden liegen. Das Kit ist komplett kabellos, die Batterie hält laut dem Hersteller bis zu zehn Stunden durch.

Version 6 des Handschuhs wird als Entwicklerversion seit November 2016 für 500 US-Dollar verkauft und kann über die Webseite des Herstellers bestellt werden. Entwickler bekommen ein Devkit für die Unreal Engine, Unity, C++ und Android angeboten.

Teurer als Oculus Touch

Ab Januar arbeitet das Unternehmen an Version 7 des Handschuhs und einem prototypischen Ganzkörperanzug. Beides soll auf der Game Developers Conference im März 2017 vorgestellt werden.

Der Verkauf der kommerziellen Variante soll im ersten oder zweiten Quartal 2017 für 300 US-Dollar starten. Obwohl zahlreiche Unternehmen an speziellen Handschuhen für VR und AR arbeiten, hat es bislang kein Hersteller zustande gebracht, eine hochwertige Hardware für Endverbraucher auf den Markt zu bringen.

Selbst wenn Senso dieses Kunststück im ersten Halbjahr 2017 gelingen sollte, wäre noch immer die Frage offen, welche Software die Handschuhe als Interface unterstützen. Zumindest im kommerziellen Bereich dürften solche eher exotischen Eingabegeräte erst dann erfolgreich sein, wenn sich große Hersteller wie Facebook oder Sony einmischen.

 | Featured Image: Senso (Screenshot bei YouTube) | Via: Road to VR

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