Im Februar erscheint ein 528 Seiten starkes Buch über Oculus’ Geschichte: “The History of the Future” reicht von den Ursprüngen des Startups über die Facebook-Übernahme bis hin zur Entlassung des Oculus-Gründers und ehemaligen VR-Aushängeschilds Palmer Luckey. In einem Podcast gewährt der Autor Blake J. Harris Einblicke in die Entstehungsgeschichte.

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Harris ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt: Mit “Console Wars” verfasste er eines der bekanntesten Bücher über die Videospielgeschichte. Es beschreibt den erbitterten Wettbewerb zwischen Nintendo, Sega und Sony in den 90er Jahren.

Das für seine hervorragende Recherche bekannte Buch liest sich offenbar so spannend, dass die Hollywoodgrößen Seth Rogen und Evan Goldberg (“Knocked Up”, “Superbad”) eine Fernsehserie daraus machen wollen.

Nach Erscheinen des Buchs im Jahre 2014 hielt Harris Ausschau nach einem neuen Großprojekt und fand es in Virtual Reality. Im gleichen Jahr kaufte Facebook das nicht einmal zwei Jahre alte VR-Startup Oculus VR für drei Milliarden US-Dollar und brachte damit den Virtual-Reality-Hype erst richtig ins Rollen. Das ließ Harris aufhorchen.

Der Autor zögerte nicht lange und rief den damals 22-jährigen Oculus-Gründer Palmer Luckey an mit der Bitte, Zugang zu den Schlüsselfiguren des jungen Unternehmens zu erhalten.

Ein schwieriger Start für Oculus

Im Februar 2016 war es endlich soweit: Seit diesem Zeitpunkt begleitete Harris Oculus auf Schritt und Tritt und führte Interviews mit den führenden Köpfen des Startups. Das war kurz vor dem Marktstart der VR-Brille Oculus Rift.

2016 sollte ein turbulentes Jahr für das Startup werden, erinnert sich Harris in einem Podcast mit Jono Pech. Das Unternehmen hatte erstens mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen, zweitens stahl ein Konkurrent Oculus unerwartet die Show:

Wie sich schon bald herausstellte, zogen viele VR-Interessierte die technisch fortschrittlichere HTC-Vive-Brille vor. Das Gemeinschaftsprojekt von Valve und HTC bot – damals noch exklusiv – räumlich erfasste Controller und raumfüllende Virtual Reality.

Im September 2016 folgte dann der nächste Schlag für Oculus: Firmengründer Palmer Luckey sorgte für einen Politskandal, als öffentlich wurde, dass er eine Organisation unterstützte, die gegen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hetzen sollte. Luckey bekam einen Maulkorb verpasst und trat seither nicht mehr als Gesicht von Oculus auf. Im Frühjahr 2017 folgte dann der Rauswurf.

Facebooks großer Einfluss

Das Buch besteht aus drei Teilen. Zuerst geht Harris den Ursprüngen des Startups nach. Darauf folgt ein Mittelteil, der die schrittweise Entwicklung des Unternehmens darstellt. Das letzte Drittel handelt von den Folgen der Facebook-Übernahme für Oculus.

Die Wurzeln des Startups seien im Gaming gewesen, sagt Harris. Das habe sich nach der Akquisition geändert. Die Oculus-Leute bezeichnet er als Outsider, die von Facebook schrittweise indoktriniert wurden. Im Kontext von Luckeys Entlassung wirft Harris Facebook einen “Mangel an Ehrlichkeit und Integrität” vor. Niemand habe damals wirklich gewusst, was vor sich ging.

Die Zukunft von Virtual Reality sieht Harris trotz verhaltener Begeisterung seitens Konsumenten als gesichert. Er glaube noch immer daran, dass Virtual Reality eine große Rolle für das Gaming spiele werde, was jedoch nicht über Nacht geschehe.

“The History of the Future: Oculus, Facebook, and the Revolution That Swept Virtual Reality” erscheint am 19. Februar. Es enthält ein Vorwort des Ready-Player-One Autors Ernest Cline und über hundert Interviews mit Branchengrößen. Bei Amazon kann man das Buch bereits vorbestellen.

Der Journalist David Ewalt hat ebenfalls ein Buch über die Anfänge des jüngsten VR-Hypes geschrieben. Es heißt “Defying Reality: The Inside Story of Virtual Reality Revolution”.

Über Oculus’ frühe Tage sprachen Matthias und Christian kürzlich im VRODO Podcast.

Letzte Aktualisierung am 18.01.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

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