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Neues Virtual-Reality-Laufband: Infinadeck

von Carolin Albrand2. Januar 2016

Das VR-Laufband Infinadeck ist einer von vielen Versuchen, mehr Bewegung in die virtuelle Realität zu bringen. Für den Heimgebrauch ist es aber vorerst nicht geeignet.

Denn für das eigene Wohnzimmer ist das neue VR-Laufband zu groß und zu schwer: Im Vergleich zum beispielsweise deutlich kleineren Virtuix-Omni-Laufband ist Infinadeck geradezu gigantisch. Satte 225kg wiegt das Gerät, was der Hersteller als “angemessen” bezeichnet. Mit diesem Gewicht dürfte das Laufband ausschließlich für Events oder den industriellen Einsatz geeignet sein. Auch die Physiotherapie, das Militärtraining oder spezielle Trainingsspiele nennt der Hersteller als mögliche Anwendungsszenarien. Konkrete Software wurde aber bisher nicht demonstriert. Ein günstigeres und kleineres Modell für den Heimgebrauch soll in der Zukunft folgen.

“In Kombination mit einer VR-Brille wird Infinadeck zum persönlichen Holodeck, das es Nutzern erlaubt, durch weite, immersive neue Welten zu schlendern.” Infinadeck, Auszug aus PR-Text

Infinadeck ist mit zwei Motoren ausgestattet. Einer bewegt das Laufband, der andere den Gürtel, der an der Hüfte des VR-Nutzers angebracht ist. Der sorgt dafür, dass der VR-Brillenträger nicht einfach vom Laufband fällt. Außerdem hält er via Galgen die Kabel weg. Im Video wird das Laufband sowohl mit Oculus Rift als auch mit HTC Vive demonstriert. Leider machen die beiden Motoren ordentlich Lärm: Infinadeck bringt es auf 70 Dezibel, das ist ungefähr so laut wie ein Rasenmäher. Das Laufband kann man also nur mit geschlossenen Kopfhörern sinnvoll nutzen – und die muss man noch dazu laut aufdrehen. Der Stromverbrauch liegt mit 1200 Watt auf dem Niveau eines Backofens, was in Anbetracht der massiven Gesamtkonstruktion noch vertretbar zu sein scheint.

Maximal erreicht das Laufband eine Geschwindigkeit von rund zehn km/h; das entspricht ungefähr dem Tempo bei leichtem Jogging. Vollsprints sind mit der aktuellen Version also nicht möglich, was zumindest das Potenzial im Trainingsbereich etwas schmälern dürfte. Erste Testberichte dürften in den kommenden Tagen folgen, denn Infinadeck wird auf der CES 2016 vom 6. bis 9. Januar in Las Vegas erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Ein weiteres VR-Laufband für den Heimgebrauch ist Virtuix Omni. Es wird seit Ende des Jahres an Kunden ausgeliefert, die die ursprüngliche Kickstarter-Kampagne finanzierten. Diese startete bereits in 2013. Virtuix Omni richtet sich speziell an Spieler, die das Laufband für Virtual-Reality-Games nutzen wollen.

| SOURCE: Infinadeck
| FEATURED IMAGE: Infinadeck