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Neues VR-Social-Network überzeugt mit spannendem Konzept

von Matthias Bastian11. Dezember 2017

Wohin gehen Gedanken? Wenn es nach dem VR-Entwickler Lucas Rizzotto geht, dann in seine neue VR-Social-App “Where Thoughts Go”. Anstatt den Nutzer im Stile von Facebook und Co. mit Informationen und Werbung vollzupumpen, beschützt Rizzottos Werk den einzelnen Gedanken.

Rizzotto lädt bei Where Thoughts Go in fantasievoll gestaltete virtuelle Welten ein. Es sind keine Orte für den schnellen Nachrichtenkonsum, sondern digitale Wohlfühloasen. Anstatt durch Beiträge zu scrollen, entdeckt man anonyme Sprachnachrichten anderer Nutzer, die zuvor am gleichen Ort waren.

Sie können eine Geschichte erzählen, eine Meinung teilen, ein Ereignis beichten – was zählt, ist der einzelne Gedanke und die Bereitschaft des Zuhörers, sich für einen kurzen Moment auf diesen einzulassen. Die fantastische Umgebung setzt den Rahmen, bringt den Nutzer in eine entspannte Stimmung.

Das Gegenteil zu Facebook

Für Rizzotto ist dieser kreative Ansatz mehr als eine verkünstelte Bedienoberfläche. Er ist die direkte Antwort und eine Kritik auf die Entwicklungen des Webs und speziell in Social Media der letzten Jahre.

“Wir haben das Internet um falsche Prioritäten gebaut, indem wir zum Beispiel für den Werbeumsatz optimieren anstatt das Wohlbefinden des Nutzers”, sagt Rizzotto. “Ich wollte eine Ecke im Internet erschaffen, in der es um Aufrichtigkeit und Intimität zwischen Fremden geht – ein Ort, an dem Nutzer neue Perspektiven erleben, ganz unvoreingenommen.”

In Rizzottos Fantasie-Netzwerk existieren menschliche Gedanken als schlafende Kreaturen und sind über verschiedene Welten verstreut. Jede Welt dreht sich um eine persönliche Leitfrage. Um die Gedanken anzuhören, greift der Nutzer mit den eigenen Händen nach der Kreatur und weckt sie auf. Dann wird die Sprachaufnahme abgespielt.

Rizzotto optimierte die VR-Erfahrung für die Handtrackingkamera Leap Motion, damit das Nutzererlebnis möglichst natürlich ist. Die für Anfang 2018 angekündigte Vorabversion soll auch mit herkömmlichen VR-Controllern laufen.

Keine Datenkrake

Laut Rizzotto sammelt Where Thoughts Go keine privaten Daten über den Nutzer. Sprachaufnahmen bleiben nur so lange auf den Servern gespeichert, bis der Erschaffer sie wieder löscht. Wer um seine Privatsphäre besorgt ist, kann den Klang seiner Stimme verändern.

“Das ist ein kleiner Teil eines größeren Plans, die Welt hin zu einem neuen Internet zu bewegen, das um bedeutungsvolle, emotionale Interaktionen aufgebaut ist”, sagt Rizzotto. Er glaubt, dass das Wachstum seiner Plattform alle Erwartungen übertreffen wird.

“Ich bin fest davon überzeugt, dass VR uns zu aufmerksameren Menschen machen kann, indem sie uns als Plattform dient, um nachzudenken, andere Perspektiven zu erkunden und neue Erkenntnisse zu gewinnen”, sagt Rizzotto.

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