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Neurable zeigt Hirn-Computer-Interface für HTC Vive *Update*

von Tomislav Bezmalinovic2. August 2017

Update vom 2. August 2017:

Ian Hamilton vom US-Blog UploadVR konnte das Zubehör ausprobieren und schildert seine Eindrücke in einem Bericht.

Laut Hamilton besitzen die Hirnsensoren eine hervorstehende Struktur, die wie ein Kamm durch die Haare hindurch an die Kopfhaut gelangt, um Hirnströme optimal zu messen. Die Demo begann mit einem Training, in dem virtuelle Gegenstände, darunter eine Spielzeuglokomotive, ein Ball und ein Würfel vor ihm schwebten. Hamilton wurde aufgefordert, jedes Mal, wenn eines der Objekte in seine unmittelbare Nähe kam, an das Wort “Greifen” zu denken.

Danach folgte ein Test. Hamilton musste an einen der Gegenstände denken, ohne ihn direkt anzusehen. Bei fünf von sechs Versuchen soll der richtige Gegenstand ausgewählt worden sein, bezeugt der Redakteur.

Im Anschluss an den Test spielte Hamilton einen Ausschnitt aus dem von Neurable angekündigten Spiel. In der virtuellen Zelle konnte er mit der Kraft seiner Gedanken Objekte vom Boden aufheben und diese einsetzen, um sich zu befreien. In einem Labor angekommen, schleuderte er – wieder mit der Hilfe seiner  Gedanken – Wachrobotern Gegenstände entgegen, um diese außer Gefecht zu setzen

“Ich war schockiert. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es so gut funktioniert”, schreibt Hamilton. Ein kurzes Youtube-Video zeigt die Trainingsdemo.

Ursprünglicher Artikel vom 31. Juli 2017:

Auf der Siggraph-Konferenz demonstriert das US-Unternehmen Neurable ein Zubehör für HTC Vive, das in der Lage sein soll, neuronale Aktivität in Befehle zu übersetzen, die ein Computer versteht. Auf diese Weise sollen Nutzer allein mit der Kraft von Gedanken mit VR-Anwendungen interagieren können.

Der Protoyp soll vorführen, auf welche Weise Hirnsensoren und Neurotechnologie mit VR-Technologie kombiniert werden können. Mit dem Hirn-Computer-Interface möchte Neurable zur Entwicklung von VR-Inhalten anregen, die nicht mehr mit Hilfe traditioneller Eingabegeräte, sondern allein mit Gedankenkraft gesteuert werden.

Um die Durchführbarkeit dieses Konzepts nachzuweisen, zeigt Neurable auf der Konferenz ein VR-Spiel namens “Awakening”, das in Zusammenarbeit mit dem spanischen VR-Studio Estudiofuture entwickelt wurde. Im Spiel schlüpft man in die Rolle eines Kindes, das in einem Forschungslabor der Regierung festgehalten wird.

Wissenschaftliche Experimente haben beim Kind zur Entwicklung telekinetischer Kräfte geführt. Mit Hilfe dieser Superkräfte muss sich der Nutzer aus der Zelle befreien, die Gefängniswärter ausschalten und aus dem Labor ausbrechen. Laut einem Blogpost des Vizepräsidenten von Neurable Michael Thompson kommt das Spiel ohne physischen Controller aus.

Das noch namenlose Zubehör kommt mit einer eigenen Kopfhalterung, die anstelle der Standardhalterung oder HTCs Deluxe Audio Strap getragen wird. Die auf der Kopfoberseite und dem Hinterkopf anliegenden puckähnlichen Hirnsensoren messen wie die Elektroden eines EEG die Hirnströme.

Lernfähige Software

Das Besondere an Neurables Technologie ist die Software. Die soll in der Lage sein, Hirnströme in Echtzeit auszuwerten und in konkrete Computerbefehle zu übersetzen. Mit Hilfe maschinellen Lernens verbessert sich mit der Zeit die Geschwindigkeit und die Genauigkeit des Verfahrens. Mit einem SDK für Unity können Entwickler demnächst Hirnaktivität als Eingabemethode in ihre Anwendungen integrieren.

Die Technologie wurde von Ramses Alcaide im Rahmen einer Doktorarbeit am Direct Brain Interface Lab der Universität von Michigan entwickelt. Dabei griff der Mitgründer und CEO auf neueste Erkenntnisse über Hirnwellen zurück.

Die Software wurde ursprünglich mit dem Ziel entwickelt, Menschen mit Behinderungen zu helfen. Alcaide nennt als größte Inspirationsquelle seinen Onkel, der ebenfalls Ingenieur ist und beide Beine verlor, als Alcaide acht Jahre alt war. Das hätte ihn dazu ermutigt, eine Technologie zu entwickeln, die Menschen mit körperlichen Behinderungen hilft, mit weniger Einschränkungen zu leben.

“Neurable” ist ein Kofferwort, bestehend aus “Neuron” und “Able”, erklärt Alcaide in einem Video. “Unsere Technologie ermöglicht dir, deine Neuronen einzusetzen, um Geräte zu steuern.”

| Featured Image: Neurable | Source: Medium

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