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Das Urgestein unter den Zeitungen knöpft sich Virtual Reality vor.

Die New York Times hat heute bekannt gegeben, dass sie an gleich mehreren Fronten daran arbeiten in Zukunft Virtual Reality einzusetzen. Die Native-Advertising-Abteilung der New York Times, das T Brand Studio, plant für einen großen Werbeträger eine Times exklusive VR-Kampagne, die innerhalb der nächsten vier Monate erscheinen soll. Problematisch ist aktuell noch die geringe Verbreitung von VR-Brillen – allerdings hoffen die Macher der Kampagne, dass der günstige Einstieg in Virtual Reality via Google Cardboard und Smartphone schnell einen Markt schafft, der ausreichend groß ist damit die Kampagne auch auf entsprechende Resonanz trifft. Genaue Inhalte der Kampagne und der Auftraggeber wurden nicht benannt.

Walking New York – New York Times & Chris Milk = Traumpaar?

Zeitgleich hat die NYT in Kooperation mit Chris Milk von VRSE.works die digitale Reportage “Walking New York” veröffentlicht. Chris Milk ist ein großer Verfechter von Virtual Reality für den Journalismus, da er fest davon überzeugt ist, dass durch die Nähe zu Menschen und Orten, die im virtuellen Raum entsteht, Menschen mit mehr Empathie auf wichtige Themen reagieren – und so eher dazu bereit sind zu helfen. Milk bezeichnet Virtual Reality als die “ultimative Empathiemaschine” und veröffentlichte bereits mehrere VR-Reportagen, unter anderem mit VICE. “Walking New York” kann über die VRSE-App im Google Play Store runtergeladen werden.

VR is a machine – that makes us more human. Chris Milk

In Walking New York erfährt der Nutzer in einem Virtual-Reality-Dokumentation mehr über die Entstehungs- und Produktionsgeschichte des Covers des aktuellen New York Time Magazines. In einem Fotoprojekt hat der französische Künstler “JR” Immigranten fotografiert, die in New York leben. Eines dieser Fotos wurde überlebensgroß auf einem Platz mitten in New York festgeklebt. Nur aus entsprechender Höhe kann man das Foto vollständig erfassen.

In der VR-Doku bekommt man daher nicht nur einen beeindruckenden Helikopter-Flug über New York spendiert sondern steht auch auf dem Fenstersims im obersten Stock eines Hochhauses, das direkt neben dem Motiv steht. Definitiv kein einfacher Trip für Menschen mit Motion Sickness. Dennoch, oder gerade deshalb, ist die Kollaboration der New York Times und Chris Milk eines der bisher besten Beispiele dafür, wie tolle Dokumentation in Virtual Reality umgesetzt werden können. Innerhalb der virtuellen Welt bekommt man einen deutlich besseren Eindruck von Dimension und Atmosphäre als auf der herkömmlichen 2D-Mattscheibe des TVs. Wer ein entsprechendes Smartphone (getestet wurde mit einem Galaxy Note 3) daheim hat sollte die wenigen Euro in Google Cardboard oder ähnliche Smartphone-VR-Brillen investieren, um sich die Doku und die anderen Filme von vrse.works einmal selbst anzuschauen. Wer das nicht möchte, kann auch das folgende Timelapse-Video betrachten, in dem das Kunstprojekt kurz vorgestellt wird.

| SOURCE: New York Times
| VIA: adAge

 

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