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NFL verzichtet vorerst auf 360-Livestreaming da noch nicht ausgereift

von Matthias Bastian16. Januar 2017

Während die US-Basketballliga NBA bereits wöchentlich Spiele in die VR-Brille streamt, verharrt die NFL an der Seitenlinie der Virtual Reality. Das hat qualitative und soziale Gründe.

Livestreaming von Sportveranstaltungen und Konzerten direkt in die VR-Brille werden in der Branche als potenzielle Killer-App diskutiert. Bei Events bietet das Mittendrin-Gefühl einen hohen Mehrwert und verändert, wie wir Veranstaltungen auf Distanz erleben können.

Das führende Technologieunternehmen beim 360-Streaming – NextVR – gehört aus gutem Grund zu den am besten finanzierten Startups der VR-Branche. Obwohl NextVRs 3D-Übertragungen eine vergleichsweise hohe Qualität bieten, ist die für die NFL noch nicht gut genug.

Die Auflösung sei zu gering, man könne nicht sehen, was auf der anderen Seite des Feldes passiere, bemängelt William Deng, Medienstratege bei der NFL. Das Problem liegt weniger bei der Aufnahmetechnologie, sondern bei den Abspielgeräten. Aktuelle Smartphones erreichen nicht die maximale Darstellungsqualität, die die 360-Kameras schon jetzt einfangen können.

Die Situation könnte sich deutlich bessern, wenn Smartphones mit 4K-Screens erscheinen. Für die Alltagsnutzung bieten die zwar kaum einen Mehrwert, aber für die VR-Brille könnten sie unverzichtbar werden. Laut Deng ist es in der Hand der Smartphone-Industrie, VR-Streaming massenmarkttauglich zu machen.

Das NFL-Spiel als inszenierte Geschichte lässt sich nicht ohne weiteres in 360-Grad übertragen

Deng sieht neben der Auflösung noch zwei weitere Probleme: Übertragungen von NFL-Spielen seien im Detail geplante Formate. Jedes Spiel habe eine eigene Story und man würde darauf achten, eine ganz gezielte Wirkung zu erreichen.

Bei der 360-Übertragung könne man die Aufmerksamkeit des Zuschauers weniger steuern und würde die Kontrolle über die Wirkung verlieren, befürchtet Deng. Man müsse sich um die richtige Balance bemühen und bislang habe noch niemand herausgefunden, wie man in Virtual Reality eine gute Geschichte erzählt.

Der vielleicht größte Hinderungsgrund für die NFL ist die soziale Isolation unter der VR-Brille. “Wie bekommen wir es hin, dass die Erfahrung so sozial ist wie bei traditionellen Sportübertragungen und zum Sehverhalten unserer Zuschauer passt”, fragt Deng. Eine Antwort auf diese Frage wird die VR-Branche finden müssen und das nicht nur im Kontext des 360-Streamings.

| Featured Image: skeeze bei Pixabay. Lizenziert nach CC0 (Public Domain) | Source: Digitaltrends

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