Auf der kroatischen VR/AR-Konferenz SplitX traf ich Nvidias VR-Botschafter Dominic Eskofier und sprach mit ihm über die gegenwärtige Situation der VR-Branche und was uns in den nächsten Jahren an technologischen Neuerungen erwartet.

Die VR-Industrie wächst langsam. Das bekommen vor allem die Entwickler zu spüren: Einer kürzlich durchgeführten Umfrage zufolge verzeichnen nur 15 Prozent der Studios Gewinne. Wie bewertet Eskofier die Lage, in der sich die VR-Branche gegenwärtig befindet?

“Ich habe eine Reihe von Artikeln gelesen, die das Ende von Virtual Reality verkünden. Ich sehe die Situation relativ entspannt. Unseren Zahlen zufolge entwickelt sich der Markt solide. Natürlich wird das Wachstum dem anfänglichen Hype nicht gerecht, aber ich kenne keine Technologie, die die in sie gesteckten Erwartungen sofort erfüllte”, sagt Eskofier. 

Die Krise sei zum Teil ein “hausgemachtes Problem”. “Es war von Anfang an klar, dass Virtual Reality keine so große Installationsbasis wie Playstation 4 oder Gaming-PCs haben würde. Dennoch gibt es Spiele wie Raw Data, Job Simulator und Arizona Sunshine, die mehrere Millionen US-Dollar umgesetzt haben. Auf der anderen Seite gibt es Entwickler, die sich voller Idealismus und blauäugig auf das neue Medium gestürzt haben. Die werden jetzt ausgesiebt. Das ist Marktwirtschaft”, meint Eskofier.

Nvidia will Grafikkarten für Highend-VR verkaufen

Aufseiten der Hardware solle sich in den nächsten drei Jahren vieles tun. Bei den Trackingsystemen, Eingabegeräten und Displays soll es am schnellsten vorangehen.  Nvidia arbeite eng mit einer Vielzahl von VR-Unternehmen zusammen, darunter Brillenherstellern wie Pimax, Varjo und Vrgineers, die Highend-Lösungen für Industriekunden auf den Markt bringen wollen. “Das ist ein großer Wachstumsmarkt”, sagt Eskofier. Nvidia selbst will mit dem Verkauf von Highend-Grafikkarten vom Aufschwung profitieren.

Was VR-Softwarenachschub betrifft, macht sich Eskofier keine Sorgen. “Wir wissen von Titeln, die bombastisch werden. Allein die drei Spiele, die Valve in Entwicklung hat. Valve ist eine jener Firmen, die früh erkannt haben, das Virtual Reality einen Paradigmenwechsel darstellt. Ich bin zuversichtlich, da sie liefern werden”, sagt Eskofier.

Autarke VR-Brillen mit optionaler PC-Kopplung

Was ist mit VR-Geräten für Endkunden? Eskofier glaubt, dass es schon in den nächsten drei Jahren VR-Brillen geben wird, die eine Brücke zwischen autarken und stationären Geräten schlagen. “Man denke an eine Oculus Go oder Santa Cruz, die man zu Hause mit dem PC verbinden kann, um eine bessere Grafik oder höhere Leistung zu erzielen. Dadurch hat man das Beste beider Welten”, sagt Eskofier.

Nvidia arbeite in den eigenen Forschungslaboren bereits an der nächsten Generation VR-Technologie. Als Beispiel nennt Eskofier Multifokus-Displays und Foveated Rendering. Für letztere müsse Nvidia die aktuellen Renderpipelines überarbeiten.”Sobald es klare Hinweise darauf gibt, dass eine VR-Brille mit Foveated Rendering kommt, werden wir mit unseren Treibern nachziehen”, verspricht Eskofier.

Das jüngste Beispiel einer Zusammenarbeit Nvidias mit Industriepartnern ist der Grafikkartenanschluss Virtual Link, der aller Voraussicht nach in der nächsten Kartengeneration verbaut sein wird. Er erlaubt den Anschluss einer VR-Brille mittels eines einzigen, dünnen Kabels.

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