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Oculus: Ehemalige des Story Studios glauben weiter an Virtual Reality

von Matthias Bastian3. August 2017

Im Mai machte Oculus überraschend das interne Story Studio dicht, das mit experimentellen Projekten das Genre des interaktiven Virtual-Reality-Films erforschte. Die ehemaligen Mitarbeiter haben trotz dieses Rückschlags den Glauben an die Sache offenbar nicht verloren.

Der Grund für die Schließung der Oculus Story Studios war rein strategischer Natur: Das Geld, das bislang in interne Strukturen floss, soll zukünftig in externe Projekte investiert werden. Rund 50 Millionen US-Dollar werden in den kommenden Jahren fließen, das ist, gemessen an Facebooks sonstigen Investitionen in VR und AR, eine überschaubare Summe.

Oculus-Manager Jason Rubin kommentierte im Mai, dass durch die Restrukturierung mehr Kapazitäten und Gelder für interne Forschung im Bereich Hard- und Software frei werden.

Die Intention dieser Aussage ist deutlich: Bevor sich Facebook weiter mit experimentellen und künstlerischen Inhalten beschäftigt, muss zuerst das technologische Fundament stimmen. Und es müssen grundlegende, nutzenstiftende Apps erscheinen, die einen größeren Markt erschließen können. Die Arbeit der Story Studios war qualitativ hochwertig, aber es gab kein Publikum.

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“Es gab noch mehr zu erforschen”

Den Erfolg kann man den Story Studios nicht absprechen, die Werke fanden unter Enthusiasten und Kritikern viel Zuspruch. In diesem Jahr ist der VR-Kurzfilm “Dear Angelica” für einen Emmy nominiert, im letzten Jahr konnte “Henry” als erste VR-Produktion überhaupt den renommierten US-Filmpreis gewinnen.

Gemeinsam mit ehemaligen Kollegen berichtete Maxwell Planck auf der Siggraph Fachkonferenz, wie Dear Angelica entstand. Planck arbeitete als Technikchef der Story Studios und war Produzent von Dear Angelica. Sein Arbeitsverhältnis mit Oculus endete mit den Story Studios.

“Es ist sehr schade, wir hatten mehr zu erforschen”, kommentiert Maxwell Planck die Schließung. Er glaubt, dass die VR-Filmszene jetzt besser weiß, wie man Präsenz als erzählerisches Stilmittel einsetzen kann.

Allerdings brauche es bessere Werkzeuge, da die Produktion noch immer zu lange dauere. Die Story Studios setzten ausschließlich auf am Computer gerenderte Inhalte und verzichteten auf den Einsatz von Kameras.

“Wir glauben weiter an das Potenzial von VR. Wir arbeiten weiter in VR. Wir glauben, dass es eine lange Reise ist, die sich lohnt”, sagt Planck. Das Publikum auf der Siggraph spendete ihm für diese Worte Applaus.

Mit “Talking with Ghosts” gibt es eine weitere VR-Filmerfahrung der Story Studios, die bislang nur auf einem Filmfestival vorgeführt wurde. Derzeit ist nicht klar, ob und wann der Kurzfilm bei Oculus Home für Oculus Rift veröffentlicht wird.

| Featured Image: Oculus | Source: Hollywood Reporter

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