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Oculus-Förderer: “Ich habe die Schauze voll von Wave-Shootern”

von Tomislav Bezmalinovic12. Mai 2017

Oculus steckt viel Geld in die Entwicklung von VR-Spielen. Callum Underwood arbeitet bei dem Unternehmen und muss entscheiden, welche Studios und Projekte unterstützt werden. Auf der in London stattfindenden VRX Konferenz äußerte er seinen Unmut über die große Zahl an Wave-Shootern und sieht darin ein Problem für Virtual Reality.

Callum Underwood findet, dass Virtual Reality größere Probleme hat als Motion Sickness und die Frage danach, wie man Interfaces und Fortbewegung gestalten soll. “Wir sind im Bereich der Spiele an einem Punkt angelangt, an dem wir weiterfahren müssen”, sagte Underwood bei einer Podiumsdiskussion, von der Games Industry berichtet.

“Es sind dreiundhalb Jahre vergangen plus die 20 Jahre, in denen man versucht hat, das Problem in den Griff zu bekommen.” Für Underwood sei es selbstverständlich, dass ein Studio das Problem der Fortbewegung bereits gelöst hat, wenn es bei Oculus anklopft und um finanzielle Unterstützung bittet.

Was ihn vielmehr interessiere ist, wie gut das Gamedesign ist, wie viel Tiefe das Spiel bietet und wie es eine Geschichte erzählt. Für ihn sei ausschlaggebend, dass das Spiel Ansprüchen genügt, die man an einen überdurchschnittlichen PC-Titel stellt. Spiele wie Space Pirate Trainer und Superhot VR seien Ausnahmen, weil sie zwar simple, aber verfeinerte Spielmechaniken bieten.

Das Publikum muss größer und diverser werden

Underwood ärgert sich, dass Shooter der derzeit kleinste gemeinsame Nenner bei VR-Spielen sind. “Ich fokussiere mich auf Spiele, in denen keine Waffen vorkommen. Was kann man sonst noch mit Virtual Reality anstellen? Ich habe die Schnauze voll von Waffen”, sagt Underwood.

“Diese Spiele werden immer erfolgreich sein, es gibt definitv einen Markt für solche kurzen Erfahrungen, aber wenn du etwas schaffen willst, das Bedeutung hat, eine längere Erfahrung, an die man sich erinnern wird, dann müssen wir das hinter uns lassen und uns überlegen, was man sonst noch mit Virtual Reality tun kann.”

Bei der Podiumsdiskussion anwesend war auch David Corless vom Entwicklerstudio nDreams, das “The Assembly” und die Relax-App “Perfect” entwickelt hat. Corless pflichtet Underwood bei und sagt, dass es zwar Spieler gebe, die nach neuartigen Erfahrungen suchten, aber auch solche, die sich nichts weiter als ein “Call of Duty VR” wünschen.

“Wenn du ein Spiel machst, in dem man nur an einem Strand sitzt und sonst nichts tut und dieses für die Playstation 4 herausbringst, dann begreifen das die Leute nicht.” Corless zeigt sich dennoch zuversichtlich, dass die Zahl der Menschen, die sich für Virtual Reality interessieren, größer und diverser wird. Für die Entwickler würden sich dann ganz neue Möglichkeiten eröffnen.

| Featured Image: Phosphor Games | Source: Games Industry

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