Oculus Go hat als Budget-Brille einen festen Platz in Oculus’ Produktportfolio. Auf der Entwicklerkonferenz Connect sprach Oculus-Techchef John Carmack offen über die Unzulänglichkeiten der autarken VR-Brille und mögliche Verbesserungen für den Nachfolger.

Oculus Go ist ein rundes Produkt, doch lange nicht perfekt. Das wissen Go-Nutzer und das weiß auch Carmack: Der für Mobile-VR verantwortliche Programmierer war maßgeblich an der Entwicklung der autarken VR-Brille beteiligt.

Einer der größten Kritikpunkte ist die geringe Akkulaufzeit von zwei bis drei Stunden. Eine längere Nutzungsdauer habe deshalb oberste Priorität, sagt Carmack in seiner Keynote. Die könne man durch eine leistungsfähigere Batterie, einen stromsparenderen Chip oder optimierte Software erreichen. Einen besserer Akku würde man idealerweise auch schneller laden können.

Technologie für Komfort opfern

Als zweiten, wichtigen Punkt nennt Carmack den Tragekomfort. Er bemängelt Teile des Gesichtspolsters und das Kopfband der Go-Brille. Letzteres sei so entworfen worden, dass es mit mehr Frisuren getragen werden kann. Das Design habe dazu geführt, dass das obere Kopfband zu wenig Gewicht trägt, wodurch das Gehäuse vorderlastig sei.

Überhaupt habe der Tragekomfort für Oculus bislang nicht oberste Priorität gehabt. Ziel sei es gewesen, die beste Technologie auf kleinstmöglichem Raum zusammenzubringen und anschließend möglichst bequem zu verpacken.

Würde man ein wenig Technologie zugunsten erhöhten Tragekomforts opfern, könne man unter Umständen eher den Bedürfnissen der Nutzer entsprechen, glaubt Carmack.

USB-Sticks statt MicroSD-Karten

Mehr Speicherplatz steht hoch oben auf der Wunschliste der Go-Nutzer. Unterstützung für USB-Speichersticks würde dieses Problem lösen, meint Carmack und lässt durchblicken, dass wohl auch in Zukunft keine Pläne für MicroSD-Slots existieren. Oculus Go soll demnächst externe USB-Speichermedien unterstützen.

Eine weitere mögliche Verbesserung für Go 2 wäre ein Umgebungslichtsensor, der die Helligkeit des Displays automatisch anpasst. Nutzt man die VR-Brille im Bett, würde das Licht nicht mehr den Partner oder die Partnerin stören, sagt Carmack.

Wie man das Display gegen einfallendes Sonnenlicht schützen kann, weiß Carmack selbst noch nicht genau. Eine mögliche Lösung: Die Vorderseite des Go-2-Gehäuses so gestalten, dass man die VR-Brille nicht mit den Linsen nach oben ablegen kann.

Raumtracking wäre “sehr nützlich”

Carmack spricht auch über 4K-Displays. Er habe erwartet, dass Smartphone-Displays in dieser Auflösung heute bereits zum Standard gehören, was jedoch nicht der Fall sei.

VR-Unternehmen müssten deshalb selbst investieren und eigene 4K-Displays für VR-Brillen entwickeln. Entsprechende Produkte seien bereits in der Mache.

Die Nachteile eines Display-Upgrades seien höherer Stromverbrauch, höhere Kosten und längere Entwicklungszeiten. Das gelte auch für Raumtracking. Hierzu müsste Oculus Go wie Oculus Quest mit Kameras ausgestattet werden.

An guten Argumenten für Raumtracking fehle es jedoch nicht, meint Carmack: Wenn Kopfbewegungen räumlich erfasst werden, beuge das VR-Übelkeit vor.

Außerdem müsste der Handcontroller nicht mehr rekalibriert werden, wenn Trackingkameras verbaut wären. Dass der Controller schnell verspringt, sei ein “grundlegender Fehler” von Oculus Go.

Mit integrierten Trackingkameras wäre sogar einfaches Handtracking für Menüs denkbar. Aktuell sei das allerdings noch zu rechenintensiv. Oculus arbeitet an einer weniger aufwendigen Handtrackinglösung mit Künstlicher Intelligenz.

Außen-Display zeigt, was unter der VR-Brille vor sich geht

Um VR-Isolation zu bekämpfen, würde Carmack gerne einen LC-Bildschirm auf der Vorderseite des Gehäuses verbauen. Die Idee sei nicht so verrückt, wie sie klinge: Das nach außen gerichtete Display zeige, was Go-Nutzer in der Virtual Reality sehen. Außerdem könne es für “lustige Effekte” wie digitale Augen genutzt werden.

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