Die Hohe See erkunden, Schiffsgefechte austragen und fette Beute machen: Das Piratenabenteuer “Narrows” bietet all das und unterhält für viele Stunden auf vergleichsweise hohem Niveau.

Das Spiel beginnt mit einer herben Niederlage und Demütigung: In der Rolle eines stolzen Piratenkapitäns segeln wir auf hoher See, als der berühmt-berüchtigte Captain Renard mit seinem verfluchten Geisterschiff unseren Weg kreuzt. Nach einem kurzen Gefecht bleibt uns nichts anderes übrig, als die weiße Fahne zu hissen. Wir kommen mit dem Leben davon, aber müssen zuschauen, wie Renard mit unserem prachtvollen Schiff davonsegelt.

Nun fangen wir ganz von vorne an und arbeiten uns Schritt für Schritt in der Freibeuterhierarchie hoch. Wir holen uns ein kleines, marodes Segelschiff und segeln mit unserer treuen Crew aufs Meer hinaus auf der Suche nach Beute und Abenteuern. Das Ziel: Captain Renard zu finden und unser prächtiges Schiff zurückzuholen.

Aller Anfang ist schwer

Im Kapitänszimmer beuge ich mich mit meiner Crew über eine magische Seekarte, die mir Seerouten, Schiffe, Häfen und andere Dinge von Interesse zeigt. Wir segeln los, doch die ersten Versuche scheitern kläglich: Einmal fehlt es an Verpflegung und die Besatzung gibt auf, ein anderes Mal werden wir von Piraten angegriffen und ausgenommen.

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Die Seekarte ist in 3D gehalten und weich animiert. BILD: Resolution Games

Doch aus Fehlern lernt man und so erhalten wir nach jeder Niederlage Erfahrungspunkte. Auf diese Weise werden nach und nach größere Schiffe mit besserer Ausrüstung freigeschaltet. Und wir lernen, wie man sich als Freibeuter auf hoher See behauptet. So segeln wir immer weiter hinaus und bestehen selbst Kämpfe mit großen Handelsschiffen oder der Marine.

Actionreiche Echtzeit-Gefechte

Bevor man in See sticht, muss man einiges beachten: Man braucht ausreichend Proviant und Munition, wenn man weit hinaussegelt geht oder ferne Häfen ansteuert. Die Verpflegung ist besonders dann von Bedeutung, wenn man zusätzliche Besatzungsmitglieder anheuert. Die sind in größeren Kämpfen unentbehrlich, wollen jedoch durchgefüttert werden.

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Nach und nach spielt man bessere Schiffe frei. BILD: Resolution Games

Auf hoher See lauern viele Gefahren: Der Nahrungsmittelvorrat oder die Schiffsausrüstung kann durch Unwetter in Mitleidenschaft gezogen werden und andere, oft feindlich gesinnte Schiffe kreuzen ständig unseren Weg. Bewaffnete Auseinandersetzungen lassen sich mitunter nicht vermeiden. Kommt es zum Kampf, geht es um alles oder nichts.

Actionreiche Gefechte

Für Gefechte wechselt das Spiel in einen Echtzeit-Actionmodus. Im Vordergrund sehen wir unser Segelschiff im Querschnitt, im Hintergrund das der Feinde. Mit dem Go-Controller erteilen wir Besatzungsmitgliedern den Befehl, die Kanonen zu laden und zielen auf das gegnerische Schiff. Einen Treffer zu landen ist gar nicht so leicht, weil das feindliche Schiff beständig seine Geschwindigkeit und Position ändert.

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Die Auseinandersetzungen auf hoher See spielen sich sehr dynamisch. BILD: Resolution Games.

Werden wir von Kanonenkugeln getroffen, können Besatzungsmitglieder verletzt werden oder Teile des Schiffs in Flammen aufgehen. Dann müssen sie in den Sanitätsraum beordert werden oder die Feuer händisch löschen. Sind diese Gefahren gebannt, geht es zurück an die Kanonen. Das Mikro-Management der Crew erfordert einen guten Überblick und schnelle Reaktionen und sorgt für Hochspannung.

Fazit: Viel Unterhaltung für wenig Geld

Hat man das feindliche Schiff versenkt, kann man reichlich Beute einsammeln. Bei Bedarf steuert man den nächsten Hafen an, um Schäden zu reparieren, den Vorrat an Munition aufzustocken oder neue, mächtige Kanonen oder Voodoo-Zauber zu kaufen. Mit letzteren kann man die gegnerische Crew in den Tiefschlaf versetzen oder feindliche Schiffe heranziehen, um sie besser zu treffen.

Grafisch ist Narrows eine Augenweide: Das Charakterdesign ist herausragend und der Karibikschauplatz in wunderschöner, farbenfroher Comic-Grafik gerendert.

Die Kombination aus Erkundung, actionreichen Kämpfen und dem Sammeln von Beute und Erfahrung funktioniert hervorragend und fesselt viele Stunden. Dem Spiel fehlt nur noch die Möglichkeit, an Land zu gehen und Inseln zu erforschen.

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In Häfen kann man Seeleute mit besonderen Talenten anheuern, Waffen und Verpflegung einkaufen oder das Schiff reparieren lassen. BILD: Resolution Games

Schade ist, dass die Schiffsbesatzung und – ausrüstung sowie das eingesammelte Gold nach Beendigung der Spielsitzung nicht gespeichert wird: Startet man das Spiel beim nächsten Mal, kann man zwar mit dem jedem der freigeschalteten Schiffe in See stechen, fängt ansonsten jedoch bei Null an. Wenigstens sind die Karten prozedural generiert, sodass der Spielablauf leicht variiert.

Entwickelt wurde Narrows vom Stockholmer VR-Studio Resolution Games, den Entwicklern des Hit-Angelspiels “Bait!”. Das Studio erhielt zuletzt 7,5 Millionen US-Dollar von Investoren und arbeitet derzeit an einem offiziellen VR-Ableger von Angry Birds.

Narrows ist im Oculus Store für Oculus Go und Samsung Gear VR und für Daydream-Systeme bei Google Play erhältlich und kostet neun Euro.

Titelbild: Resolution Games


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