Update vom 24. März:

Mittlerweile sind weitere Oculus-Go-Eindrücke von der Game Developers Conference aufgetaucht, die die vorherigen Meinungen (siehe unten) weitgehend widerspiegeln. Die auf Gaming spezialisierte US-Webseite Polygon lobt den Tragekomfort und die einfache Handhabung. Minuspunkte gibt es für das fehlende Tiefentracking. Wie so häufig lautet das Fazit: Oculus Go könne eine gute Billig-Brille für VR-Einsteiger werden.

Die VR-Erfahrene Adi Robertson vom US-Techmagazin The Verge bezeichnet Oculus Go als “sehr deutliche Verbesserung” gegenüber Samsung Gear VR, speziell der Controller hat es ihr angetan. Dennoch müsse sich Oculus Gedanken machen, wie es potenziellen Käufern den Aufpreis von Gear VR zu Oculus Go erklären könne. Die meisten VR-Erfahrungen seien für den Massenmarkt nicht interessant, eine “Killer-App” gebe es nicht und Gear VR würde häufig verschenkt. Womöglich eigne sich Oculus Go speziell für iPhone-Besitzer, die keinen Zugriff auf Gear VR und Google Daydream haben.

Ergänzung zu und kein Ersatz für Oculus Rift

Russell Holly von Android Central geht davon aus, dass Oculus Go ein Hit wird: Die Kombination aus Tragekomfort, Einfachheit und dem richtigen Preis bringen sie zu diesem Fazit. Dem Produkt merke man Oculus’ jahrelange VR-Forschung an. Das Preis-Leistungs-Verhältnis sei unschlagbar.

Die YouTuber von Tested loben die hohe Bildqualität der neuen Linsen in Kombination mit dem hochauflösenden, für VR-optimierten LC-Display. Sie finden das Bild “sehr eindrucksvoll” und “besser als bei Oculus Rift”. Die Begeisterung für die hohe Bildqualität wird erneut durchs fehlende Tiefentracking gedämpft.

Die YouTuber vermuten, dass sich Oculus Go in erster Linie für VR-Erfahrungen mit wenig Interaktion und 360-Grad-Videos eignet. Oculus Go sei eine portable, hochwertige Ergänzung zur großen PC-Schwester Oculus Rift.

Ursprünglicher Artikel vom 22. März 2018:

Oculus Go: Erste Eindrücke der internationalen Presse

Auf der Game Developers Conference präsentiert Facebook die neue VR-Brille Oculus Go erstmals einem größeren Publikum. Die ersten Eindrücke sind recht positiv. Der Haken ist – klar – das fehlende Raumtracking.

Fast alle Tester loben den Tragekomfort und die einfache Handhabung der VR-Brille. Anders als bei Gear VR sollen keine ständigen Software-Updates oder andere Smartphone-Funktionen den VR-Genuss stören. Anschalten, aufsetzen, Go – das Hauptziel von Oculus’ scheint erfüllt.

Lucas Matney von Techcrunch bezeichnet die VR-Brille als die bislang komfortabelste ihrer Art. Das Gerät fühle sich an einigen Stellen hochwertiger an als das große PC-Vorbild Oculus Rift.

Oculus Go zeige, wie sich der Massenmarktanspruch der Facebook-Tochter nach und nach in den Produkten wiederfindet. Die VR-Brille sei “beinahe” so weit, dass sie von “normalen Menschen” gekauft werden könne.

Für einen echten Durchbruch benötige es allerdings Raumtracking für Brille samt Controller, so Matney. Die Go-Brille sei eher für Interessierte geeignet, die Virtual Reality “mal ausprobieren wollen” und nicht für Enthusiasten, die die Technologie täglich nutzen. Er lobt das scharfe Display und die für Go neu geschliffenen Linsen.

Gear VR auf Rift-Niveau

Laut Ben Lang von Road to VR bietet Oculus Go ein fast so weites Sichtfeld wie Oculus Rift bei einer höheren Auflösung. Damit ist klar: wer einfach nur 360-Grad-Videos und -Fotos schauen will, macht mit der Go-Brille den besten Kauf.

Echtzeit-Anwendungen hingegen würden von den mobilen Prozessoren zurückgehalten. Obwohl das Android-Betriebssystem von Oculus Go kein Smartphone nebenher betreiben muss und außerdem ein neues Renderverfahren bietet, solle man keine Wunderdinge erwarten. Grafisch sei das Gerät eindeutig der mobilen Klasse zuzuordnen, so Lang. Der 3DOF-Controller liege gut in der Hand.

Langs Fazit: Oculus Go biete zwar kein Raumtracking wie die direkte Konkurrenz Mirage Solo von Lenovo und HTCs Vive Focus. Dafür koste sie nur die Hälfte bei einer ähnlichen visuellen Qualität. Aufgrund des niedrigeren Preises könne Oculus Go womöglich für Gelegenheitsnutzer interessant sein – trotz des eingeschränkten Bewegungsradius.

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Die britische Webseite VRFocus lobt die Bildschärfe und den Tragekomfort und vermutet ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Seite beschreibt Oculus Go als “Gear-VR-Killer”.

Für den Tester der Webseite Ars Technica ist der 200-US-Dollar-Preis gar “unglaublich” im Verhältnis zur Verarbeitungsqualität. Oculus Go biete Interessierten einen problemlosen und bezahlbaren Einstieg in Virtual-Reality-Technologie, auch wenn das Raumtracking fehle.

Ähnlich sieht das Cnet – günstige Einfach-VR könne trotz technischer Restriktionen vielen Menschen am Anfang ausreichen. Ausführliche Eindrücke von Cnet gibt es im Video unten. Der Tweet gibt die Meinung eines Journalisten der Wirtschaftsseite Bloomberg wieder.


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