Ab heute ist Facebooks neue VR-Brille Oculus Go im deutschen Einzelhandel bei Amazon, Alternate, Saturn und Media Markt erhältlich. In diesem Artikel erfahrt ihr die wichtigsten Grundlagen und könnt über die Links tiefer ins Thema Standalone-VR einsteigen.

Oculus Go kommt in zwei Versionen: Mit 32-GB-Speicher für 220 Euro und mit 64-GB-Speicher für 270 Euro. Tendenziell lohnt sich der Aufpreis für mehr Speicher, gerade wenn man für unterwegs viele Filme oder Serien transportieren möchte.

Ein Update für USB-Speichermedien ist für die nächsten Wochen angekündigt, sodass man größere Mediendateien wird auslagern können. Ob auf dem externen Speicher Apps installiert werden können, ist noch nicht bekannt – aber aus Schutz vor Raubkopien ist das eher unwahrscheinlich. Apps aus dem Oculus Store können mehrere Gigabyte groß sein.

Apropos Oculus Store: Oculus Go und Samsung Gear VR teilen sich den gleichen Shop. Wer schon einen Oculus Account für Gear VR angemeldet hat, kann die gleichen Anmeldedaten für Oculus Go verwenden. Bereits gekaufte Apps können dann erneut heruntergeladen und ohne Einschränkung genutzt werden.

Ansonsten: Für Oculus Go braucht man keinen externen Zuspieler, also keinen PC, kein Smartphone und keine Konsole. Sämtliche benötigte Hardware ist im Gehäuse der Brille verbaut. Man packt sie aus, richtet sie einmalig via App ein und setzt sie auf – fertig.

Lohnt sich der Kauf von Oculus Go?

Das hängt ganz von eurem Nutzungsverhalten ab: Die Go-Brille eignet sich für Zwischendurch-VR und verhält sich bei Spielen so ähnlich wie Smartphone-Gaming zu ausgewachsenen PC- und Konsolenspielen. Mobile Spiele sind nicht jedermanns Sache, können aber eine nette Zerstreuung sein.

Da Oculus Go allerdings keine richtigen virtuellen Hände bietet und nur Kopfdrehungen erkennt, sind die VR-Erlebnisse nicht ganz so überzeugend wie mit den Highend-Brillen für PC und Konsole. Die Unterschiede zwischen Oculus Rift und Oculus Go könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.

Anders sieht die Sache bei Videoinhalten aus: Hier glänzt die Go-Brille aufgrund des hochauflösenden LC-Displays und der einfachen Handhabung und hängt Oculus Rift und Co. spielend ab.

Die Nachteile bei der Bewegungserkennung fallen hier nicht ins Gewicht, da man bei 360-Videos den Kopf ohnehin nur drehen kann und es wenig Interaktion gibt. Wer 360-Videos oder flache Videos auf der großen Leinwand sehen will, macht mit Oculus Go alles richtig, denn in Sachen Nutzungs- und Tragekomfort erzielt die VR-Brille Bestwerte.

Der Akku hält je nach Nutzungsverhalten zwei bis drei Stunden durch. Er kann während der Nutzung geladen werden, offiziell rät Oculus aber davon ab.

Testberichte zu Oculus Go

Meinungen der internationalen Presse zu Oculus Go haben wir hier zusammengefasst. Unseren ausführlichen Oculus-Go-Test mit Pro- und Contra-Punkten findet ihr hier.

Das Fazit unseres Tests lautete:

Oculus Go setzt neue Maßstäbe beim VR-Nutzungskomfort und dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die VR-Brille ist einfach zu handhaben, komfortabel und bietet Bildqualität auf dem Niveau von Highend-Brillen. Inhalt gibt es reichlich, häufig fehlt es an Substanz.

Da die Go-Brille und der beiliegende Controller nur Drehung erkennen und keine Bewegungen in die Tiefe des Raumes, sind die Anwendungsszenarien auf 2D-Videos auf der großen Leinwand, 360-Grad-Videos und einfache Spiele beschränkt.

Wer Wert legt auf eine portable VR-Brille für unterwegs und zwischendurch, bekommt mit Oculus Go ein gutes Gerät zu einem fairen Preis. Wer Samsung Gear VR oder Daydream View besitzt und häufig nutzt, sollte über ein Upgrade nachdenken. Für Gelegenheitsnutzer lohnt sich der Kauf nicht.

Ist die Zukunft von Oculus Go sicher?

Da Facebook hinter Oculus steht und langfristig in Virtual Reality investieren will, ist ein kontinuierlicher Nachschub an neuen Inhalten ziemlich sicher. Schon jetzt sind über 1.000 Apps im Store verfügbar.

Viele davon sind allerdings Ausschussware, nach den Highlights muss man suchen – findet sie aber:

Wir empfehlen euch für den Oculus-Go-Start das witzige Satirespiel Virtual Virtual Reality, das mit viel Humor und einer liebevollen Grafik glänzt.

Für Video-Fans ist die Netflix-App ein Pflicht-Download: Mit ihr kann man seine Lieblingsserien und Filme auf der großen Leinwand genießen – selbst wenn man eigentlich im beengten Flieger sitzt.

Wer sich für immersive Videos mit Kopfdrehung interessiert, wird erstaunt sein ob der 3D-Qualität, die das US-Unternehmen NextVR kostenlos anbietet. Neben Sport-Streams zu NBA, Boxen und weiteren Sportarten produziert NextVR eigene Dokumentationen und sogar gruselige Horrorserien.

Ob ihr die VR-Brille regelmäßig nutzen werdet, könnt ihr nur selbst herausfinden. Wie VR-Enthusiasten bei Reddit nach der ersten Begeisterung urteilen, haben wir hier zusammengefasst.

Gibt es Alternativen zu Oculus Go?

Ja, die gibt es. Vorneweg Samsung Gear VR: Die Smartphone-Brille bietet dieselbe App-Auswahl und mit neuen Galaxy-Smartphones eine hochauflösende OLED-Bildqualität mit besserem Kontrast als Oculus Go.

Dafür sind die Linsen sowie der Trage- und Bedienkomfort nicht so gut wie bei der neuen Facebook-Brille. Außerdem muss man umständlich sein Smartphone einlegen und dessen Akku leert sich schnell.

Allerdings gibt’s Gear VR für kleines Geld, wenn man das passende Smartphone schon besitzt. Wer die Brille nur selten aufsetzt, ist mit dem Samsung-Gerät wahrscheinlich besser – weil günstiger – bedient. Mehr Informationen zu Gear VR gibt es in unserem Test der 2017er Version mit einem Galaxy S8.

Eine weitere Alternative ist Googles Daydream-Brille, in die ebenfalls ein Smartphone eingelegt wird. Die Brille ähnelt Samsung Gear VR stark, allerdings bietet Googles VR-Store eine kleinere App-Auswahl. Dafür punktet Daydream View mit besseren Linsen und subjektiv einem höheren Tragekomfort. Einen Test zur aktuellen Daydream-Brille mit einem Pixel 2 XL haben wir hier aufgeschrieben.

Und dann wären da noch die autarken VR-Brillen Vive Focus (Viveport) und Lenovo Mirage Solo (Daydream), die anders als Oculus Go Kopfbewegungen in alle Richtungen unterstützen – also auch nach vorne und hinten – sodass man sich in eine Szene hineinlehnen oder einen Schritt zurück machen kann.

Beide VR-Brillen sind noch nicht offiziell in Deutschland erhältlich, das sollte sich aber im Laufe des Jahres ändern. Sie werden voraussichtlich zwischen 400 und 500 Euro kosten und liegen damit deutlich über dem Preis von Oculus Go.

Ist die größere Bewegungsfreiheit den Aufpreis wert? Das endgültige Urteil steht aus, einen ersten Vergleich zwischen Vive Focus und Oculus Go könnt ihr in unserem Video-Test ansehen. Außerdem haben wir die Meinungen der internationalen Presse zu Lenovo Mirage Solo im Vergleich zu Oculus Go gesammelt.

Wer noch länger warten kann: Vielversprechend ist Oculus Santa Cruz, die Highend-Version von Oculus Go. Die VR-Brille erscheint voraussichtlich Ende 2019 und bietet volle Bewegungsfreiheit für Kopf und Hände und ist das insgesamt schnellere System. Die wichtigsten Fakten zu Santa Cruz haben wir hier gesammelt.

Kürzlich gewährte Oculus einen ersten Ausblick auf Oculus Rift 2 in Form eines Prototyps. Bis die nächste Generation Highend-VR marktreif ist, wird es allerdings noch eine Weile dauern: Ein Nachfolger für die PC-Brille Oculus Rift wird wohl nicht vor 2020 erscheinen.

Außerdem wird auch die Rift-Brille der nächsten Generation voraussichtlich einen schnellen PC als Zuspieler benötigen. Das verursacht zusätzliche Kosten.

Oculus GO 32GB
22 Bewertungen
Oculus GO 64GB
21 Bewertungen

Letzte Aktualisierung am 19.07.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten


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