Am 11. November 2018 jährte sich zum hundertsten Mal das Ende des Ersten Weltkriegs. Die BBC erinnert mit einem bewegenden VR-Film an die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts.

Die Soldaten des Ersten Weltkriegs konnten ihren Angehörigen spezielle Feldpostkarten schicken, die ihr Ziel in nur zwei Tage erreichten, da sie vom Militär nicht vorab eingehend kontrolliert und zensiert wurden.

Auf die Karten durften die Soldaten keine persönliche Nachricht schreiben, stattdessen mussten sie aus einer Reihe vorgegebener Sätze wählen. Hinterließen sie auf dem kleinen Stück gelben Papier mehr als das Datum und die Unterschrift, wurde die Karte vernichtet.

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So sahen die Feldpostkarten aus. BILD: BCC

BBCs neuester VR-Film “Nothing to be Written” (Deutsch: “Es darf nichts geschrieben werden”) ist von den Umständen inspiriert, unter denen diese Karten geschrieben und empfangen wurden.

Die siebenminütige VR-Erfahrung ist keine Dokumentation und erzählt auch keine Geschichte: Sie geht das Thema recht künstlerisch an, indem sie in traumähnlichen Sequenzen die Räume des Krieges und der Heimat verbindet und überlagert.

So findet man sich in einer Szene in den wechselnden Hausfluren unterschiedlicher Familien wieder und sieht die Postkarten durch die Haustür direkt auf einen zuflattern. Man erkennt die Unterschrift und die durchgestrichenen Sätze und durch das transparent werdende Papier Schützengräben und Lazarette.

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Die meisten Szenen wirken wie aus einem Traum. BILD: BBC

Die Grafik und visuellen Effekte sind auf hohem technischem Niveau und werden von einer ergreifenden Chormusik getragen, die von der zeitgenössischen britischen Komponistin Anna Meredith geschaffen wurde.

Der VR-Film ging aus einem Projekt der jungen Künstlerin hervor: Sie komponierte für die Eröffnung der diesjährigen Londoner Proms-Konzertreihe das Orchesterwerk Five Telegrams, das von den Kommunikationsmitteln des Ersten Weltkriegs inspiriert ist.

Nothing to be Written ist eine VR-Verfilmung des zweiten Satzes der Komposition, der die Postfeldkarten thematisiert. Die VR-Erfahrung wurde parallel entwickelt und Konzertbesuchern bei der Uraufführung gezeigt. Mehr Informationen zum Projekt stehen hier und hier.

Nothing to be Written ist kostenlos für Oculus Go im Oculus Store erhältlich.

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| Featured Image and Source: BBC

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