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Oculus-Gründer: “Ich will Virtual Reality erneut verändern”

von Tomislav Bezmalinovic23. Mai 2017

Im dritten und letzten Teil eines großen Interviews spricht Palmer Luckey über die nahe und ferne Zukunft der Virtual Reality.

Der Gründer von Oculus glaubt, dass sich bis und in 2018 nicht viel tun wird in der Industrie. Es könne sein, dass bis dahin Geräte neuer Unternehmen erscheinen. Die großen Hersteller würden aber noch warten, bis sie die zweite Generation VR-Brillen auf den Markt werfen.

Viel passieren soll hingegen auf Seiten der Software. “Es wird die Zeit der Inhalte und Apps werden”, sagt Luckey gegenüber Mogura VR.

Der 25-Jährige glaubt, dass die Technologie letztendlich die Form einer Sonnenbrille annimmt. “Einige Leute denken an Kontaktlinsen, aber ich denke nicht, dass es so weit kommen wird. Sonnenbrillen würden eine bessere Nutzererfahrung bieten. Sie haben einen Vorteil in Sachen Leistung, Auflösung und Akkulaufzeit.”

Wie man die Technologie nennt, ist Luckey egal: “Am Ende wird es immer Virtual Reality oder Augmented Reality sein und ich glaube, dass sie im selben Gerät untergebracht wird. Du wirst zwischen der realen und der virtuellen Welt wechseln können oder diese vermischen.”

Ist das Gehirn-Computer-Interface unmöglich?

Was die nächsten fünf Jahre betrifft, werden die Brillen laut Luckey nicht nur leichter, dünner und kompakter. Die verbesserten Displays sollen auch erstmals einen variablen Fokus bieten. Außerdem sollen in diesem Zeitrahmen die ersten Geräte auf den Markt kommen, die man mit der Kraft seiner Gedanken steuert.

“Der Wettbewerb beginnt mit dieser Technologie. Viele Leute werden darum wetteifern, ein Gehirn-Computer-Interface zu entwickeln, das es Menschen ermöglicht, virtuelle Objekte mit dem Gehirn zu bewegen”, sagt Luckey voraus. Kommerzielle Interfaces dieser Art seien derzeit nicht brauchbar. Anders sehe es mit fortschrittlicheren Geräten aus, die in Laboratorien zum Einsatz kommen.

Wem es gelingt, ein solches Gerät markttauglich zu machen, der könne die Welt verändern, meint Luckey. Der Oculus-Gründer sieht in der Gehirn-Computer-Schnittstelle die endgültige Form der Technologie verwirklicht. “Aber das liegt sehr weit in der Zukunft. Ich weiß nicht, ob es noch zu unseren Lebzeiten passiert.”

Es sei sehr kompliziert, eine Maschine mit einem Bewusstsein verknüpfen und das nicht nur auf einer technologischen Ebene. “Wir wissen nicht, ob es überhaupt möglich ist”, meint Luckey. Was hingegen möglich sein soll, ist eine Kombination aus VR-Brille und Implantaten, die Biodaten auslesen können.

Räumliche Videos sollen Virtual Reality revolutionieren

In Kombination mit einer sehr guten VR-Brille sollen damit Erlebnisse möglich werden, die an die Realität herankommen. Man werde zum Beispiel die Einwirkung eines Schlages spüren können, meint Luckey. Mit einer solchen Technologie wäre ein Gehirn-Computer-Interface nicht mehr nötig. Außerdem wäre sie sicherer zu handhaben.

Viel verspricht sich Luckey von räumlichen Videos. Diese sollen in Zukunft nicht nur aufgezeichnet, sondern auch live übertragen werden, sodass sich Nutzer in Echtzeit an einen anderen Ort teleportieren können. Luckey glaubt, dass man entsprechende Kameras in VR-Brillen einbauen wird.

Dann werde man Erinnerungen speichern und die anderer Menschen erleben können. Die Technologie soll bereits in den nächsten fünf Jahren auf dem Markt erscheinen und VR-Inhalte neu definieren.

Gegen Ende des Interviews deutet Luckey einmal mehr an, dass er an einem VR-Projekt arbeitet, ohne jedoch Details zu verraten. “Ich kann nur sagen, dass ich Virtual Reality erneut verändern will.”

Das Interview wurde vom Reddit-Nutzer Marulu aus dem Japanischen ins Englische übersetzt und von Road to VR veröffentlicht. Nachfolgend findet man eine Zusammenfassung der ersten beiden Teile des Interviews.

| Featured Image: Popular Mechanics (Youtube-Screenshot) | Source: Mogura VR | Via: Road to VR

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