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Oculus-Gründer Luckey: Die Plattformkriege werden kommen

von Matthias Bastian22. September 2016

Welcher Technologie gehört die Zukunft: Virtual Reality oder Augmented Reality? Dass das keine Entweder-Oder-Frage ist, weiß auch Oculus-Gründer Palmer Luckey. Die beiden Technologien verhalten sich komplementär. Anders ist es möglicherweise mit den verschiedenen VR-Systemen am Markt.

Pünktlich zum UK-Marktstart von Oculus Rift gibt Palmer Luckey der englischen Ausgabe des Wired-Magazins ein Interview. In der nahen Zukunft der virtuellen Realität sieht er vorerst die Verbesserungen, die ohnehin offensichtlich sind: Eine höhere Auflösung, geringeres Gewicht und niedrigere Preise. Ebenfalls interessant sei das Tracking von Augenbewegungen, die Gesichtserkennung sowie die Möglichkeit, die unmittelbare Umgebung als virtuellen Scan abzuspeichern; so wie es beispielsweise Microsofts Hololens beherrscht.

Dies seien die technologischen Verbesserungen, die Virtual und Augmented Reality noch bräuchten, damit die Geräte im Alltag ankämen. “Virtual und Augmented Reality sind im Grunde die gleichen Technologien, aber mit entgegengesetzten Anwendungsfällen”, sagt Luckey.

Luckey spielt am liebsten VR-Spiele und mag keine Plattformkriege

Obwohl Luckey einen guten Teil seiner Virtual-Reality-Zeit mit digitalen Spielen verbringt, bezeichnet er die Idee, dass Virtual Reality nur fürs Gaming gedacht sei als eher neue Entwicklung. Wenn man zehn, 20 oder sogar 30 Jahre zurückblicke, so Luckey, dann sei VR in der Sci-Fi-Literatur stets eine Technologie gewesen, die viele unterschiedliche Dinge ermöglicht habe.

“Die Fernarbeit, Bildung, medizinisches Training, alles, was man sich in einer digitalen Parallelwelt vorstellen kann, in der die Regeln der Wirklichkeit nicht mehr greifen.”

Jeder neue Mitarbeiter von Oculus VR bekommt als Einstiegslektüre Ernest Clines VR-Roman “Ready Player One” geschenkt, um eine Idee der Zukunft mit Virtual Reality zu entwickeln. Dass der Roman eigentlich ein negativer Ausblick auf die VR-Zukunft ist, kümmert Luckey wenig. “Es braucht halt eine gute Story und die gibt es nur mit einem Konflikt. Niemand will eine Geschichte darüber lesen, wie VR kommt und alles besser macht.”

Die anstehenden Plattformkriege mit Sony, HTC, Valve und Co. hält Luckey für unausweichlich. Dennoch begrüßt er die Konkurrenz – sie würde beweisen, dass andere Menschen ebenfalls Potenzial in der Technologie sehen. Sein Interesse sei es, dass VR sich am Markt etabliere. “Mein Ziel ist es nicht, morgens aufzuwachen und einen Plattformkrieg zu gewinnen. Ich möchte aufwachen und VR genial machen.”

Luckey bezeichnet VR als “die ultimative Technologie”, die mögliche letzte Computerplattform. “Wenn man eine perfekte Virtual Reality hätte, müsste man sonst nichts mehr perfektionieren.”

| Featured Image: Everyday VR, Flickr